Polizei beendete Demonstration vor der Notunterkunft

Hersfeld: Landrat Koch kritisiert Flüchtlingsprotest vor Herkules-Markt

+
Protest mit Kinderwagen: Mehrere Flüchtlingsfamilie harren in der Kälte vor dem Herkules-Markt aus.

Bad Hersfeld. Ein Polizeieinsatz hat am späten Mittwochabend den Flüchtlingsprotest vor der Notunterkunft im ehemaligen Herkulesmarkt beendet.

Bis dahin hatten zwölf Erwachsene und ihre 15 zum Teil noch sehr kleinen Kinder in der Kälte vor der Unterkunft gegen die ihrer Meinung nach zu lange Verweildauer in dem Quartier protestiert.

Lesen Sie auch:

Flüchtlinge brechen Protestaktion vor dem Herkules-Markt ab

Nach Angaben von Polizeisprecher Manfred Knoch hattenzuvor Rettungssanitäter Unterkühlungen bei den Kindern festgestellt und deshalb mit Zwangsmaßnahmen gedroht, falls die Flüchtlinge nicht freiwillig in den Markt zurückkehren. Die Berichterstattung unserer Zeitung und in den sozialen Medien hatten am Mittwochabend ein heftiges Echo hervorgerufen.

Viele Leser kritisierten, teils in scharfen Worten, dass Kinder für den Protest gegen die Unterbringung instrumentalisiert würden. Einige Kommentatoren äußerten aber auch Verständnis für den Protest der Flüchtlinge, die nach drei Monaten in dem Notquartier, sehnsüchtig auf eine Verlegung in eine Wohnung warten.

Landrat Dr. Michael Koch machte sich am Donnerstag persönlich ein Bild der Lage im Herkules. „Alles dort ist tipp-topp sauer, der Protest gegen angeblich menschenunwürdige Bedingungen ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich für die Flüchtlinge im Herkules engagiert haben“, sagte Koch gegenüber unserer Zeitung.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.