50-Jähriger hat Fußgängerin übersehen

Frau am Autohof in Kirchheim überrollt: Lkw-Fahrer vor Gericht

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Bad Hersfeld. Wegen fahrlässiger Tötung hat der Strafrichter am Bad Hersfelder Amtsgericht einen 50 Jahre alten Berufskraftfahrer aus dem Brandenburgischen zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt.

Der Sattelzugfahrer hatte am 16. April vergangenen Jahres auf dem Autohof der SVG in Kirchheim beim Rückwärtsfahren eine 74 Jahre alte Fußgängerin erfasst und mit zwei Achsen des Aufliegers überrollt. Die Frau war noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen erlegen.

Der Mann aus Niemegk bei Berlin hatte zur Mittagszeit auf dem vielbefahrenen Gelände die Waschstraße angesteuert, die jedoch geschlossen war. Über eine Strecke von 26 Metern und in einer leichten Kurve fuhr der Brandeburger nun rückwärts – mit einer Geschwindigkeit von sechs km/h weder besonders langsam noch zu schnell.

Die Fußgängerin, die mit ihren Einkäufen vom unterhalb des Autohofs gelegen Rewe-Marktes auf dem Heimweg Richtung Ortsmitte war, hatte der Lasterfahrer zunächst bemerkt, dann aber „aus den Augen verloren“. Zum Zeitpunkt des Unglücks muss sich die in Fahrtrichtung gehende 74-Jährige direkt hinter dem Sattelzug befunden haben, sodass sie über die Rückspiegel nicht zu sehen war. Staatsanwalt Harald Reith sprach deshalb von einem „Blindflug“ des Angeklagten, der sich laut Straßenverkehrsordnung hätte einweisen lassen müssen.

Für Kopfschütteln und Empörung sorgte vor Gericht der Verteidiger des Brandenburgers, der die Möglichkeit eines Suizids des Opfers in den Raum stellte, von denkbarer Desorientierung oder einem schuldhaften Stolpern der alten Dame sprach. Für all das hatte es jedoch keinerlei Hinweise gegeben.

Richter Michael Krusche hielt dem Anwalt deshalb in der Urteilsbegründung vor, dass beim Umgang mit der Schuld nicht nur auf der Gegenseite gesucht werden dürfe. 

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