Marihuana und Amphetamine

Frau wegen Besitz und Verkauf von Drogen in U-Haft

Symbolbild der Justizia mit verbundenen Augen
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Symbolbild Justizia

Weil eine Rotenburgerin mehrere hundert Gramm Amphetamine und Marihuana in ihrer Wohnung aufbewahrt hatte und die Drogen später verkaufen wollte, muss sie jetzt in U-Haft.

Bad Hersfeld – Eine 57 Jahre alte Frau aus Rotenburg muss sich seit Dienstag wegen des Besitzes und gewerbsmäßigen Handels mit Drogen in nicht geringen Mengen vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld verantworten. Die Frau sitzt derzeit in der Justizvollzugsanstalt Kaufungen in Untersuchungshaft.

Ihr wird von Staatsanwältin Tanja Gerbig vorgeworfen, am 7. März dieses Jahres 650 Gramm Amphetamine im Wert von 1000 Euro während eines Straßendeals in Rotenburg von einem Mann erworben zu haben. Die Drogen habe die Angeklagte gekauft, um sie später dann gewinnbringend weiter veräußern zu wollen.

Der Verkäufer der Amphetamine musste sich ebenfalls am vergangenen Dienstag in einem anderen Verfahren wegen diverser Drogendelikte in Bad Hersfeld vor Gericht verantworten. Dabei habe er laut Staatsanwältin Gerbig den Verkauf der 650 Gramm Amphetamine an die Rotenburgerin bereits eingeräumt. Weiterhin wird der 57-Jährigen aus Rotenburg vorgeworfen, am 4. Juli dieses Jahres in ihrer Wohnung 951,6 Gramm Marihuana und 968,21 Gramm Amphetamine aufbewahrt zu haben.

Auch diese Drogen habe sie laut Staatsanwaltschaft gewinnbringend an diverse Kunden verkaufen wollen. In getrockneter und verkaufsfähiger Form wäre dabei die nicht geringe Menge laut Staatsanwältin Gerbig beim Marihuana um das 18-fache überschritten gewesen. Bei den Amphetaminen handelte es sich um den siebenfachen Wert. Angeklagt ist die Rotenburgerin nun nach Paragraf 1 und 29 des Betäubungsmittelgesetzes sowie nach Paragraf 53 Strafgesetzbuch.

Die Verhandlung gegen die Rotenburgerin wird am 4. Januar des kommenden Jahres fortgesetzt. Dabei sollen die Auszüge aus dem Bundeszentralregister vorgetragen werden, die dort über die 57-Jährige bereits geführt und notiert sind. Ihr Rechtsanwalt Hans J. Hauschild aus Fulda beantragte bei Richterin Silvia Reidt, dass die Angeklagte dafür nicht extra aus der JVA Kaufungen nach Bad Hersfeld gebracht werden müsse. Das wurde vom Gericht so genehmigt.

Erst zum eigentlichen Verhandlungstermin am 11. Januar wird die Rotenburgerin wieder auf der Anklagebank Platz nehmen. Dann wird sie sich laut Rechtsanwalt Hauschild auch zu den ihr vorgeworfenen Taten äußern. Zudem sollen Zeugen gehört werden.

Drei unterschiedliche Mengenbegriffe

Das deutsche Betäubungsmittelgesetz kennt drei unterschiedliche Mengenbegriffe – geringe Menge (auch Kleinstmenge), Normalmenge und nicht geringe Menge. Danach beurteilt das Gericht die Schwere eines Betäubungsmitteldelikts und entsprechend das Strafmaß. Für den Umgang mit einer nicht geringen Menge ist nach Paragraf 29a des Betäubungsmittelgesetzes eine Strafe von nicht unter einem Jahr Freiheitsentzug vorgesehen. 

(Mario Reymond)

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