Rohstoffmangel und Lieferengpässe belasten auch die Müllentsorgung

Gelbe Säcke sind im Kreis Hersfeld-Rotenburg Mangelware

Gelbe Säcke werden knapp: Der Grund sind Rohstoffmangel und Lieferengpässe.
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Gelbe Säcke werden knapp: Der Grund sind Rohstoffmangel und Lieferengpässe.

Im Gebiet des Abfallwirtschafts-Zweckverbands Landkreis Hersfeld-Rotenburg werden die Gelben Säcke knapp. Grund sind Rohstoffmangel und Lieferengpässe.

Hersfeld-Rotenburg - Bei den verschiedenen Ausgabestellen für die kostenfrei verfügbaren Gelben Säcke werden Kunden schon seit Wochen vertröstet. Die notwendigen Müllbeutel zur Entsorgung von Verpackungsmüll sind zur Mangelware geworden.

Auf der Internetseite des Abfallwirtschafts-Zweckverbands Landkreis Hersfeld-Rotenburg (AZV) heißt es, dass die Knappheit noch bis zum Frühjahr 2022 andauern könne. Der AZV ist in 17 Kreiskommunen für die gesamte Abfallentsorgung zuständig.

Nadine Kuhnigk, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Knettenbrech + Gurdulic und damit auch zuständig für die Fehr-Knettenbrech Industrieservice, die für den AZV die Gelben Säcke abholt, spricht ebenfalls von März 2022, wobei auch das nicht sicher sei. „Das Problem besteht quer in Deutschland. Wir oder die Städte kaufen die Säcke auch nur ein und verteilen sie dann“, meint Kuhnigk. Rohstoffmangel und Logistikprobleme mit weltweitem Ausmaß werden auf der Website des AZV als Ursache genannt.

Zwischenzeitlich sei es aber erlaubt „auch selbst beschaffte transparente Müllbeutel für die Entsorgung von Verpackungsabfällen zu nutzen und diese zu den jeweiligen Sammelterminen der Gelben Säcke zur Abholung bereitzustellen.“ Die Transparenz sei dahingehend wichtig, um den Mitarbeitern etwaige Fehlwürfe leichter kenntlich zu machen. Schließlich darf nicht alles in einem Gelben Sack entsorgt werden.

Um die Produktionsknappheit nicht noch weiter zu belasten, könne es zudem helfen, die Gelben Säcke nicht zweckzuentfremden, etwa als Müllbeutel für anderen Abfall oder als Regenschutz. Denn die bestellten Mengen richten sich nach haushaltsüblichen Durchschnittswerten. Pro Jahr bestellt die Firma Fehr zwischen 3,6 und 3,8 Millionen Gelbe Säcke allein für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg, heißt es auf Nachfrage.

An dem geplanten Wechsel weg von den gelben Säcken hin zur gelben Tonne im Landkreis ändern die genannten Probleme aber nichts. „Wir gehen weiterhin davon aus, den genannten Zeitpunkt zum 1. Januar 2023 einzuhalten“, erklärt Jörg Goßmann, Geschäftsführer des AZV.

Spätestens dann wäre auch der Knappheit an Gelben Säcken im Landkreis größtenteils entgegengewirkt. In wenige Ausnahmefällen dürfen auch ab der Einführung der Gelben Tonne noch Gelbe Säcke verwendet werden, etwa wenn keine Tonne aufgestellt werden kann. (Daniel Blöthner)

Was gehört in den Gelben Sack?

Verpackungen aus Kunststoff, Weißblech und Aluminium – beispielsweise Folien, Tuben, Konservendosen oder Plastiktüten – sowie die sogenannten Verbundverpackungen (etwa Getränkekartons), gehören in den Gelben Sack. Leere Verpackungen müssen nicht gespült werden, löffelrein reicht aus. Zu den Verpackungen zählen auch die sogenannten Serviceverpackungen, die direkt im Handel befüllt werden.

Darunter fallen Coffee-to go-Becher, die Boxen für das Essen zum Mitnehmen, Folien und Einwickelpapier aus der Metzgerei oder vom Käsestand. Wird nicht ordentlich genug getrennt, können ganze Säcke am Ende nicht recycelt werden, was die Anstrengungen zum Umweltschutz und damit zu einer nachhaltigen Wertstoffkette zunichtemacht. Quelle: Verbraucherzentrale

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