50 Marihuana-Pflanzen angebaut: Gefängnis für Rauschgifttäter aus dem Gebiet Bad Hersfeld

Bad Hersfeld. Dumm sei es gewesen, wieder mit den Drogen anzufangen, obwohl er doch nach etlichen Vorstrafen auf einem guten Weg gewesen sei.

Für diese Dummheit wurde ein 30 Jahre alter Mann aus einer Landgemeinde im nördlichen Kreisgebiet jetzt zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

Das Schöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld brummte dem Mann ein Jahr und sechs Monaten auf. Dass die Strafe so hoch ausfiel, lag an der Menge, mit der der Angeklagte im April dieses Jahres erwischt worden war: Annähernd ein halbes Kilo Marihuana war bei einer Wohnungsdurchsuchung entdeckt worden. Der Wirkstoffgehalt von 28,5 Gramm überstieg den Grenzwert, der auch den bloßen Besitz des Rauschgifts zum Verbrechen macht, um fast das Vierfache. An einem anderen Tag hatte der Mann weitere 50 Gramm zu verkaufen versucht.

Weil der Abendschüler rückhaltlos geständig war und sich mittlerweile drogenfrei um eine Perspektive für sein bisher nicht gerade erfolgreich verlaufenes Leben bemüht, wurde die Strafe für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem verhängte das Gericht unter Vorsitz von Michael Krusche die Verpflichtungen zu regelmäßigen Drogentests und zur Teilnahme an Gesprächen bei der Drogenberatung. Auch 80 Stunden gemeinnützige Arbeit kommen hinzu. Das Urteil entsprach den Anträgen von Staatsanwalt Andreas Hellmich und Verteidigerin Christiane Köhler.

Der Angeklagte hatte freimütig eingeräumt, dass er einen Teil der bei ihm sichergestellten Drogen verkaufen wollte um sein schmales Einkommen als Hartz IV-Empfänger aufzubessern.

Auch die Herkunft des Marihuanas blieb kein Geheimnis: Im Haus der Mutter hatte er in einem leerstehenden Raum gleich 50 Pflanzen angebaut und offenbar reiche Ernte gehalten - zum ersten Mal, wie er beteuerte.

Das Urteil wurde im allgemeinen Einverständnis sofort rechtskräftig.

(ks)

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