Freiheitsstrafe auf Bewährung

Gericht verurteilt 32-Jährige: Sie finanzierte eigenen Konsum mit Drogenverkauf

Ein 27-Jähriger stand vor dem Amtsgericht Schwalmstadt vor Gericht: Ihm wurde vorgeworfen, zu Unrecht Hartz-IV-Leistungen erhalten zu haben.  (Symbolbild)
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Die 32 Jahre alte Angeklagte aus dem Nordkreis Hersfeld-Rotenburg räumte die Vorwürfe vor Richterin Christina Dern ein. Das und ihre bisherige Straffreiheit wirkten sich strafmildernd auf das Urteil des Amtsgerichts Bad Hersfeld aus. (Symbolbild)

Zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung ist eine geständige Angeklagte in Bad Hersfeld verurteilt worden. Die Frau finanzierte ihren Drogenkonsum auch mit dem Verkauf von Marihuana.

Bad Hersfeld – Zu einer Freiheitsstrafe ausgesetzt zur Bewährung ist am Dienstag eine zuvor unbescholtene 32-Jährige aus dem nördlichen Kreisteil verurteilt worden. Die Frau war wegen gewerbsmäßigem Drogenhandel und Besitz von Betäubungsmitteln sowie Beihilfe zu Handel und Besitz in nicht geringen Mengen in mehreren Fällen zwischen 2017 und 2019 angeklagt und räumte die Vorwürfe vor Gericht auch vollumfänglich ein.

Mit dem Geld aus dem Verkauf von Marihuana und Amphetaminen habe sie ihren eigenen jahrelangen Drogenkonsum finanziert, berichtete die 32-Jährige vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Christina Dern. Erhalten habe sie die Drogen von einem Bekannten aus Bebra, der offenbar in größerem Stil mit Betäubungsmitteln handelt und gesondert strafrechtlich verfolgt wird.

Für ihn hatte die Angeklagte, kurz bevor ihr illegales Treiben aufflog, auch eine größere Menge an Drogen bei sich zu Hause aufbewahrt. Inzwischen habe sie nicht nur den Kontakt abgebrochen, sondern auch Angst vor dem Mann, seiner Familie und seinen Freunden.

Polizeikontrolle war Weckruf für die Angeklagte

Als Wendepunkt in ihrem Leben und Weckruf bezeichnete die 32-Jährige eine Polizeikontrolle im Mai 2019 in Rotenburg, bei der auffiel, dass sie unter Drogeneinfluss Auto gefahren war und die Polizisten außerdem Betäubungsmittel in ihrem Auto entdeckten. In der Folge war die Angeklagte nicht nur ihren Führerschein los, sie sagte sich auch von den Drogen los. „Danach habe ich weder konsumiert noch verkauft“, beteuerte sie vor Gericht.

Weil die 32-Jährige, die schon bei der Polizei kooperiert hatte, nun auch vor Richterin Dern alle Vorwürfe ohne Umschweife zugab, konnte schließlich auch auf die Vernehmung der als Zeugen geladenen Polizisten und auf die Inaugenscheinnahme von Lichtbildern einer Wohnungsdurchsuchung verzichtet werden. „Ich bereue, was ich getan habe und habe mein Leben komplett geändert“, versicherte sie.

10.800 Euro Gewinn aus illegalen Geschäften

Das und ihre bisherige Straffreiheit berücksichtigte das Gericht bei der Urteilsfindung. Die Freiheitsstrafe in Höhe von einem Jahr und neun Monaten wird zur Bewährung über einen Zeitraum von drei Jahren ausgesetzt. Auf gewerbsmäßigen Handel mit Betäubungsmittel steht eine Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr. Zudem werden 10.800 Euro als errechneter Gewinn aus den illegalen Geschäften eingezogen und die 32-Jährige muss je 500 Euro an den Hospizverein Kleine Helden sowie die Freiwillige Feuerwehr Niederaula zahlen. Auf die Rückgabe von sichergestellten Utensilien verzichtete sie freiwillig.

Staatsanwalt Patrick Greyer hatte in seinem Plädoyer eine zweijährige Freiheitsstrafe und als Auflagen für die Bewährung drei Drogenscreenings sowie 80 Stunden gemeinnützige Arbeit beantragt. Das hielt Verteidiger Marc Sonnenschein für unnötig, der auf gesundheitliche Einschränkungen der Angeklagten verwies und ein Jahr und drei Monate ohne derartige Bewährungsauflagen für ausreichend hielt. Das Urteil wurde sofort rechtskräftig, da alle Beteiligten es akzeptierten und erklärten, auf Rechtsmittel verzichten zu wollen. (Nadine Meier-Maaz)

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