Waldhessen sind häufig krank

DAK-Gesundheitsreport: Hersfeld-Rotenburg liegt weit über Landesschnitt

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Erkältungen und andere Erkrankungen des Atmungssystems landen nur auf Platz drei der häufigsten Gründe für Fehlzeiten. Auf Platz zwei liegen psychische Erkrankungen, Spitzenreiter sind Krankschreibungen wegen Rückenschmerzen, Bandscheiben- und Knieschäden.

Der Krankenstand in den Kreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner ist während der Corona-Pandemie gestiegen. Im ersten Halbjahr 2020 liegen die Fehltage weit über Landesschnitt.

Hersfeld-Rotenburg – Die Fehltage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer liegen im ersten Halbjahr weit über dem Landesschnitt. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichen DAK-Gesundheitsreport hervor. Demnach ist die Zahl der Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Mit 5,4 Prozent gab es in der Region zudem einen höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (4,2 Prozent). „An jedem Tag waren von 1000 Arbeitnehmern 54 krankgeschrieben“, erläutert Harald Schmidt, Leiter der DAK in Bad Hersfeld.

Auch im Jahr 2019 lagen die beiden Landkreise mit 5,2 Prozent an der Spitze der Krankschreibungen in Hessen. Am niedrigsten war der Wert in Frankfurt (3,6 Prozent) – siehe Hintergrund. „Je dichter man ans Rhein-Main-Gebiet kommt, desto geringer ist der Krankenstand der Beschäftigten“, stellt Harald Schmidt fest. Warum das so ist, dafür hat auch er keine schlüssige Erklärung.

Häufigster Grund für Krankschreibungen sind Erkrankungen wie Rückenschmerzen

Häufigster Grund für Krankschreibungen sind Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, also zum Beispiel Rückenschmerzen, Bandscheiben- oder Knieschäden. Ihre Zahl ist von 2018 auf 2019 noch einmal um sieben Prozent von 443 Fehltagen je 100 Versicherten auf 472 angestiegen. Diese Erkrankungen könnten eine Folge der körperlich oft schweren Arbeit auf dem Bau und in der Logistikbranche sein, so Schmidt. Auch der hohe Pendleranteil könne sich hier negativ auswirken.

Ebenfalls um sieben Prozent von 275 auf 293 gestiegen ist die Zahl der psychischen Erkrankungen. Das kann sich Schmidt damit erklären, dass sich immer mehr Menschen Sorgen um ihre – oft befristeten – Arbeitsplätze machten, aber auch damit, dass inzwischen offener über psychische Probleme gesprochen werde.

Dritthäufigste Krankheitsursache sind Erkrankungen des Atmungssystems, also Erkältungen, Bronchitis oder Mandelentzündungen, die um neun Prozent von 300 auf 274 gesunken sind. (Christine Zacharias)

Landkreis ist „Spitzenreiter“ in Hessen

Laut DAK-Gesundheitsreport lag der Krankenstand in Hessen im vergangenen Jahr bei 4,3 Prozent. Die meisten Krankmeldungen gab es in den Kreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg mit 5,2 Prozent, dicht gefolgt vom Lahn-Dill-Kreis und den Kreisen Gießen und Marburg-Biedenkopf (jeweils 5 Prozent). 4,9 Prozent waren es in Waldeck-Frankenberg, 4,8 in Fulda und dem Vogelsbergkreis, 4,7 in Stadt und Kreis Kassel. Frankfurt verzeichnete 3,6 Prozent Krankmeldungen.

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