Eigensicherung der Einsatzkräfte gewinnt an Bedeutung

Gewalt gegen Retter: Landkreis Hersfeld-Rotenburg rüstet sich

Hersfeld-Rotenburg. Einsatzkräfte von Feuerwehren und Hilfsorganisationen müssen damit rechnen, bei ihrer Arbeit Ziel von Gewalt zu werden.

Bislang seien im Landkreis keine Vorfälle bekannt, bei dem Einsatzkräfte verletzt oder bedroht wurden, berichtete Landrat Dr. Michael Koch während der Dienstversammlung der Feuerwehr-Führungskräfte am Freitagabend im Audimax der Bad Hersfelder Obersbergschulen.

Dennoch sensibilisierten der Verwaltungschef und der Leiter der Polizeidirektion Bad Hersfeld, Rainer Neusüß, die Führungsriege der Feuerwehren im Kreis für eine ausreichende Eigensicherung. Bei Amokläufen oder Terroranschlägen sei nicht nur bei der Polizei, sondern auch bei den Rettungskräften eine neue Strategie nötig, verdeutlichte der Polizeichef: Im Regelfall seien die Retter an der Einsatzstelle gerne gesehene Menschen und es gewohnt, schnell Hilfe zu leisten. Von Tätern würden sie im schlechtesten Fall aber mit Sturmgewehren empfangen, so Neusüß. Deshalb sei es Aufgabe der Polizei, bei unklaren Lagen zunächst sichere Räume für eine gefahrlose, begleitete Rettung schaffen oder die Opfer zunächst in sichere Bereiche zu bringen. Im Kreis gebe es mehrere Interventionsteams der Polizei, bis weitere Spezialeinheiten von außerhalb eintreffen, vergehe jedoch Zeit.

Rainer Neusüß

Im Zweifel müssten deshalb auch die Retter mit der Versorgung Verletzter abwarten. Niemandem sei geholfen, wenn zu den eigentlichen Opfern weitere auf Seiten der Rettungskräfte hinzukämen, seien sich Neusüß und der Landrat einig. „Bad Hersfeld ist nicht die Welt“, betonte der Polizeichef. In seinem Tätigkeitsfeld, für Sicherheit zu sorgen, müssten auch solche Szenarien bedacht werden. Deshalb sei es wichtig, den Eigensicherungsgedanken in den Köpfen der Führungskräfte zu verankern.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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