Hausärzte berichten von großem Interesse

Grippe-Impfung ist im Kreis Hersfeld-Rotenburg gefragt

Kleiner Piks: Ein Arzt impft eine Person gegen Grippe.
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Kleiner Piks: Ein Arzt impft eine Person gegen Grippe.

Covid-19 ist das Eine, Influenza das Andere: Die Nachfrage nach dem Grippe-Schutz scheint im Kreis Hersfeld-Rotenburg so hoch zu sein wie lange nicht mehr.

Hersfeld-Rotenburg – Die Corona-Zahlen steigen wieder, laut Robert-Koch-Institut (RKI) rollt die vierte Welle. Doch in der bevorstehenden kalten Jahreszeit droht schon die nächste Herausforderung: die Grippewelle. Die Sorge vor den hochansteckenden Influenzaviren führt bereits jetzt zu einer großen Nachfrage in den Arztpraxen im Kreis Hersfeld-Rotenburg.

Es sei wichtig, sich trotz Corona-Impfung auch gegen die Grippe schützen zu lassen, die meist nach der Jahreswende beginnt, betont der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Frank Dastych: „Gerade in Pandemiezeiten kann man die Bedeutung der Grippe-Schutzimpfung nicht hoch genug ansiedeln. Die Corona-Impfung schützt zwar verlässlich gegen eine schwere Erkrankung mit Covid-19, nicht aber gegen die saisonale Grippe, die ebenfalls gefährlich verlaufen kann.“

Die diesjährige Grippewelle wird zwar vermutlich kleiner ausfallen als noch vor vier Jahren, als nach Schätzung des RKI rund 25 000 Menschen an den Folgen einer Influenzainfektion starben. Die Nachfrage nach dem Grippe-Schutz ist aber so hoch wie lange nicht mehr. „Deutschlandweit wurden bisher bereits 25 Millionen Grippe-Dosen verimpft – so viele waren es in der ganzen vergangenen Grippe-Saison 2020/2021“, sagt Peter Artelt vom Gesundheitsamt in Bad Hersfeld.

Diesen Trend bestätigen die heimischen Hausärzte. „Wir haben im Moment etwa 30 Prozent mehr Grippe-Impfungen als sonst“, sagt Dr. Sebastian Auel (Bad Hersfeld). Auch der Vorsitzende des Hausärzteverbands im Kreis, Dr. Martin Ebel, berichtet von einer hohen Nachfrage.

Laut Gesundheitsamt wurden in der Grippe-Saison 2019/20 insgesamt 332 Grippe-Fälle kreisweit gemeldet. Im vergangenen Jahr gab es nur zwei Fälle. Grund waren, da sind sich Amt und Ärzte einig, die coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln, nach dem Motto: keine Kontakte, keine Ansteckung. „Diese Maßnahmen schützen auch vor dem Grippevirus, weil es ebenfalls durch Tröpfcheninfektion und Schleimhautkontakt übertragen wird“, sagt Artelt.

Übrigens: In diesem Jahr gibt es erstmals einen eigenen Grippe-Impfstoff für Menschen über 60 Jahre. „Ältere Menschen haben ein schwächeres Immunsystem, weshalb dieser Impfstoff mit einem zusätzlichen Booster versehen ist“, erklärt Dr. Thomas Rühlmann, Hausarzt in Ronshausen, diese Neuerung. (Laura Hellwig)

Gesundheitsamt: „Ältere sollten sich impfen lassen“

Menschen, die einer Risikogruppe angehören, sollten sich jährlich gegen die Grippe impfen lassen, empfiehlt das Gesundheitsamt in Bad Hersfeld. Hierzu zählen Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranke, Immunsystem-Geschwächte sowie Schwangere und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Eine Grippe verläuft bei gesunden Kindern und Erwachsenen unter 60 Jahren nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in der Regel ohne schwerwiegende Komplikationen. (lah/ses)

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