„Gute Fee“ hilft Kindern

Förderverein Medikids unterstützt Erzieherinnen-Stelle im Klinikum Bad Hersfeld

Die gute Fee im Einsatz: Claudia Wagner im eigens dafür eingerichteten Spielzimmer. Dort gibt es für Titus Bücher, Gesellschaftsspiele, Bausteine und den Heißluftballon mit Korb, gesponsert von den Medikids.
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Die gute Fee im Einsatz: Claudia Wagner im eigens dafür eingerichteten Spielzimmer. Dort gibt es für Titus Bücher, Gesellschaftsspiele, Bausteine und den Heißluftballon mit Korb, gesponsert von den Medikids.

Claudia Wagner heißt die „Gute Fee“, die seit Herbst 2019 im Einsatz in der Kinderklinik im Klinikum Bad Hersfeld ist.

Bad Hersfeld – Mit ihrem Motto „Spielend gesund werden“ betreut sie regelmäßig nachmittags kleine und große Patienten. Gefördert wird ihre Stelle durch den Verein Medikids. „Beim erstmaligen Betreten der Zimmer weiß ich oftmals nicht mehr als den Namen und das Alter der in der Kinderklinik aufgenommenen Kinder. Sicher weiß ich jedoch, dass die ambulante und besonders auch stationäre Behandlung eine Ausnahmesituation für sie ist, die Angst machen kann“, weiß Claudia Wagner. Entsprechend wichtig sind Empathie und spontanes Einfühlungsvermögen in die Situation. Dabei sei jeder Patient anders: Die Kinderklinik am Klinikum Bad Hersfeld behandelt sowohl Früh- und Neugeborene als auch Teenager und junge Erwachsene.

Zusätzlich hat Claudia Wagner ein offenes Ohr für deren Eltern, die gleichermaßen wie ihre Kinder über das gerade Erlebte und empfundene Sorgen mit ihr sprechen können. „Meistens spielen wir gemeinsam ein Gesellschafts- oder auch Rollenspiel oder malen etwas. Viele der jungen Patienten beginnen dann ganz alleine das Gespräch oder finden auch gerade in der Spielsituation oder beim gemeinsamen Basteln eine Ablenkung vom Geschehen um sie herum“, betont die 50-Jährige.

Dabei beschäftigten die Kinder ganz unterschiedliche Gedanken, wie beispielsweise eine anstehende OP, ein Unfall, das Stillhalten-Müssen für Untersuchungen oder auch das für das Kind fremde Krankenhauspersonal. Besonders gefragt sei ihre Arbeit in sehr gravierenden Situationen, beispielsweise wenn eine gesamte Familie einen Unfall hatte oder sich Kinder ohne Eltern auf der Station befinden. Dabei stehe sie in engem Austausch mit dem Chefarztteam aus Dr. Carmen Knöppel und Dr. Holger Hauch.

Ein solcher Patient ist der fünfjährige Titus, der mit seiner Mutter seit zwei Tagen auf der Kinderstation ist. Seit seiner Geburt macht ihm seine rechte Körperhälfte Probleme: „Seit dem Sommer knickt mein Bein immer mal weg. Das tut nicht so weh, aber ich kann nicht so schnell rennen wie die anderen Kinder“, berichtet Titus. Zwischen den Arztterminen findet man Titus und seine Mutter Annabella Zechmeister meist im Spielzimmer von Claudia Wagner.

Möglich gemacht hat dies der Förderverein Medikids der Kinderklinik, der sowohl die Personal- als auch anfallende Materialkosten sowie die Ausstattung des Spielzimmers aus Spenden finanziert. „Wir können uns bei den Medikids nur herzlichst für die finanzierte Erzieherinnenstelle bedanken. Aus dem Personalbudget von Kinderkliniken, die deutschlandweit alle unterfinanziert sind, ließe sich die Gute Fee aktuell nicht refinanzieren, obwohl die erzieherisch-pädagogische Mitbetreuung von Kindern im Krankenhaus eigentlich nicht wegzudenken ist und als wichtiger Baustein in eine allumfassende Grundversorgung von Kindern gehört“, so Chefärztin Carmen Knöppel. Umso schöner sei es, wenn dann auch kleine Patienten wie Titus am Ende sagen können: „Krankenhaus ist gar nicht so schlimm, wie ich dachte!“  red/jce

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