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„Habe mir einen Vorrat angelegt“: 40-Jähriger in Bad Hersfeld wegen Drogenbesitz verurteilt

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Von: Mario Reymond

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Justitia vor dem Amtsgericht Nürnberg (Symbolbild)
Der 40-jährige Angeklagte gab an, dass er vor allem mit seiner Vaterrolle überfordert gewesen sei und sich von der Droge Linderung versprach. (Symbolbild) © David-Wolfgang Ebener / dpa

Ein 40 Jahre alter Mann aus dem Altkreis Rotenburg hatte mit einer Naturdroge versucht, eine Lebenskrise zu bekämpfen. Nun wurde er in Bad Hersfeld zu einer Geldstrafe verurteilt.

Bad Hersfeld – In der Wohnung eines 40 Jahre alten Mannes aus dem Altkreis Rotenburg hat die Polizei bei einer Hausdurchsuchung im Dezember 2019 etwas mehr als 2,5 Kilogramm der halluzinogen wirkenden Substanz Dimethyltryptamin (DMT) – mit einem Wirkstoffgehalt von 49 Gramm DMT – entdeckt und sichergestellt.

Obwohl es sich laut Staatsanwältin Franziska Kircher um eine große Menge Betäubungsmittel handelte, hatte der Angeklagte die Substanz nur für den Eigenbedarf erworben. Da er sich während dieser Zeit in einer Lebenskrise befunden habe, hatte er auf spirituellem Wege Hilfe für sich selbst gesucht. Dabei sei er bei Recherchen auch auf die Substanz DMT gestoßen, von deren Konsum in flüssiger Form er sich Linderung versprach.

Das sei bereits im Jahre 2017 gewesen, als er sich mit Naturdrogen beschäftigte. Er habe sich dann große Mengen DMT besorgt. „Ich habe mir einen Vorrat angelegt“, erklärte er vor Gericht. Alleine der Besitz des DMT habe ihn zunächst beruhigt, da er nicht bereit gewesen sei, Hilfe von Außen anzunehmen. In erster Linie sei er seinerzeit mit seiner Vaterrolle überfordert gewesen. Mit dem Konsum von DMT habe er den Verantwortungsdruck loswerden und wieder den Bezug zu sich selbst herstellen wollen.

Psychotherapie ist bis heute nicht abgeschlossen

Das Trinken der Substanz habe bei ihm mal nichts bewirkt, mal für Übelkeit gesorgt und hin und wieder berauschend gewirkt, erklärte der Angeklagte. Ein unangekündigter Besuch des Jugendamts im Januar 2020 sei für ihn der Umbruch gewesen. „Da habe ich realisiert, was für einen Schaden ich angerichtet habe“, berichtete der 40-Jährige. Im August 2020 habe er dann den Weg hin zu einer körperorientierten Psychotherapie gefunden, die auch heute noch nicht abgeschlossen ist.

Da der Angeklagte auf Staatsanwältin Franziska Kircher einen glaubhaften Eindruck machte und voll geständig war, sah sie davon ab, eine Haftstrafe zu fordern. Sie hielt es für angemessen, den 40-Jährigen zu einer Geldstrafe zu verurteilen. Sie forderte 90 Tagessätze zu je 35 Euro.

Verteidiger Markus Sittig hielt eine Geldstrafe über 40 Tagessätze für ausreichend. Richterin Christina Dern folgte in ihrem Urteilsspruch der Staatsanwältin. Jedoch hielt sie es wegen der extrem langen Verfahrensdauer für angebracht, 20 der 90 Tagessätze zu je 35 Euro als vollstreckt anzusehen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. (Mario Reymond)

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