Gedrückte Stimmung und deutliche Umsatzrückgänge

Handel im Kreis Hersfeld-Rotenburg hadert mit 2G-Regeln

Das Bild zeigt Claudia Linke im Eingangsbereich mit einem 2G-Hinweisschild.
+
Zutritt nur mit 2G-Nachweis: Im Rotenburger Depot kontrollieren Filialleiterin Claudia Linke und ihre Kolleginnen die Kunden.

Eine Woche nach Einführung der neuen, verschärften 2G-Regeln für weite Teile des Einzelhandels fällt die Bilanz in Bad Hersfeld, Rotenburg und Bebra durchwachsen aus.

Hersfeld-Rotenburg - Der örtliche Handel berichtet von deutlichen Frequenz- und erheblichen Umsatzrückgängen in den Geschäften in den Innenstädten von Bad Hersfeld, Bebra und Rotenburg sowie einer gedrückten Stimmung in der Händlerschaft.

„Ein großer Teil der Kunden trägt die Maßnahmen aber mit“, sagt der Chef des Bad Hersfelder Fachbereichs Stadtmarketing Matthias Glotz. Dennoch gebe es im Einzelfall immer wieder Beschwerden und Konflikte mit Kunden, die die Regeln nicht akzeptieren wollen. „Manche Kunden regen sich auf und drohen damit, künftig online einzukaufen“, sagt Jörg Markert, Manager der City-Galerie in Bad Hersfeld.

Wegen des breiten Angebots von allgemein zugänglichen Waren wie Lebensmitteln, Drogerieartikeln und Büchern bis zum 2G-pflichtigen Einzelhandel, gebe es in dem Einkaufszentrum keine generellen Einlass-Kontrollen, sondern nur in den betroffenen Geschäften selbst, erklärt Markert. Generell merke man eine allgemeine Zurückhaltung der Kunden. „Vor Weihnachten haben wohl viele Angst, sich anzustecken“, vermutet Markert.

Vertrauen ist gut, Kontrolle vorgeschrieben: Beim Modehaus Sauer kontrolliert Steven Bütterich die Impf- oder Genesenennachweise.

„Es gibt aber auch Kunden, die die Kontrollen schätzen“, berichtet Thomas Ose, Geschäftsleiter im Modecentrum Sauer. Trotzdem koste es die Geschäftsleute „massiv Umsatz und erzeugt Kosten“, denn immerhin stehen etwa bei Sauer zwei Leute zum Kontrollieren am Eingang.

„Viele Kunden fühlen sich sicherer, aber der Handel leidet stark darunter“, sagt auch Torben Schäfer von der MER in Rotenburg, der in diesen Tagen in engem Kontakt mit seinen Kollegen in Bad Hersfeld und Bebra steht. Die Stadt sei spürbar leerer. Schäfer berichtet je nach Branche von Umsatzeinbrüchen zwischen 30 bis sogar 80 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeichnet Stefan Pruschwitz von der Stadtentwicklung in Bebra. Trotz der Umsatzeinbrüche blieben die Kosten ja gleich, gibt er zu bedenken. Er findet es „hervorragend, dass unsere Händler trotzdem bei der Stange bleiben und jeden Tag öffnen.“ (Kai A. Struthoff)

Mehr zum Thema lesen Sie im E-Paper und in der gedruckten Zeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.