Bewährungsstrafe

Hanfplantage im Kinderzimmer: Mann muss sich wegen Besitz von Cannabis verantworten

Symbolbild Hanf
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Nun muss sich ein 33-Jähriger wegen Besitz von Cannabis vor dem Gericht Bad Hersfeld verantworten. (Symbolbild)

Wegen drei Cannabispflanzen muss sich ein 33-Jähriger vor Gericht verantworten. Er fiel bereits vor einigen Jahren mit einer Plantage im Kinderzimmer auf.

Bad Hersfeld – Drei Cannabispflanzen hat die Polizei Anfang Februar 2020 bei einer Hausdurchsuchung bei einem 33 Jahre alten Mann in Wildeck gefunden, der sich damit für den Eigenbedarf versorgt hatte.

Weil es sich um eine nicht geringe Menge Drogen handelte (91 Gramm), die noch dazu einen erheblichen Wirkstoffgehalt aufwiesen (14,3 Prozent Tetrahydrocannabinol THC), musste sich der Hobbygärtner jetzt vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Bad Hersfeld verantworten. „Ich habe Mist gebaut und bin auf die schiefe Bahn geraten“, räumte der Angeklagte in seinem freimütigen Geständnis offen ein. Süchtig sei er nicht nur nach Marihuana, sondern auch nach Alkohol.

Begonnen habe das nach dem Schlaganfall seiner Mutter, da habe er Depressionen bekommen und verstärkt zu Drogen und Alkohol gegriffen. Vor zwei Jahren musste er sich schon einmal wegen Anbau und Besitzes von Marihuana vor Gericht verantworten. Die Cannabis-Plantage betrieb er in einem Zelt in seinem früheren Kinderzimmer.

Cannabis-Pflanzen gefunden: Tatverdächtiger zur Entgiftung angemeldet

Dass es so für ihn nicht weitergehen kann, ist dem 33-Jährigen bewusst. Deshalb habe er sich für den 23.12.2020 zur Entgiftung angemeldet, teilte er dem Gericht mit. Wie es dann weitergehen soll, da hat der Angeklagte noch keinen Plan. Der gelernte Maler und Lackierer ist derzeit wegen anderer Probleme krankgeschrieben, hat seinen Arbeitgeber aber nicht über seine Probleme und seine Pläne informiert, teilte er dem Gericht auf Nachfrage mit.

Dem Antrag von Staatsanwältin Tanja Gerbig folgend verurteilte das Schöffengericht unter Leitung von Richterin Christina Dern den Wildecker zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. In dieser Zeit muss er drogenfrei leben und das durch regelmäßige Screenings nachweisen.

Zudem muss der 33-Jährige die Kosten des Verfahrens tragen und jeweils 500 Euro an das Projekt „Voll klar“ der Diakonie des Kirchenkreises und an die Jugend- und Bewährungshilfe zahlen, in 50-Euro-Raten. Sein Verteidiger Harald Ermel hatte um eine „angemessene Strafe“ gebeten und war, wie auch der Angeklagte und die Staatsanwältin, mit dem Urteil zufrieden, sodass es gleich rechtskräftig wurde. (Christine Zacharias)

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