Hasibe Özaslan gewinnt Design-Award mit kunstvollem Poncho

Bad Hersfeld. Filethäkeln - werden mit dieser Technik nicht langweilige Tischdeckchen oder Bistrogardinen von älteren Damen mit grauen Dauerwellenfrisuren gehäkelt? Nicht so bei Hasibe Özaslan.

„Schonmal darüber nachgedacht, Oldschool-Techniken mit feschen Ideen zu kombinieren?" Mit dieser kreativen Idee gewann die 33-jährige Bad Hersfelderin den Design-Award des Dortmunder Etikettenherstellers Dortex in der Kategorie Stricken und Häkeln.

Auf den Wettbewerb aufmerksam geworden ist Hasibe Özaslan im Internet.

Nicht nur die Werke, sondern auch die Künstler waren ausschlaggebend für die Auszeichnung, die in Dortmund übergeben wurde. „Bei mir waren es mein Stil und das Umdenken“, berichtet die gebürtige Bad Hersfelderin, die schon häkeln konnte, bevor sie überhaupt zur Schule ging. Sie selbst bezeichnet sich als „Freestyle-Häklerin“, denn fängt sie an, ein Kissen zu häkeln, kann daraus durchaus ein Oberteil werden.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Lange Zeit hatte die Gewinnerin ihre Häkelutensilien zur Seite gelegt. Nach ihrem Studium arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an Forschungsprojekten an der Uni und zog mit ihrem Mann nach Frankfurt. Durch ihre Arbeit hatte die Erziehungswissenschaftlerin kaum Zeit für ihr Hobby.

Als das junge Ehepaar das erste Kind erwartete, zogen sie in Özaslans Heimatstadt Bad Hersfeld. „Seitdem wir hier wohnen, ist einfach alles toll“, strahlt sie. „Hersfeld ist so grün und kinderfreundlich. Meine Familie ist wirklich Hersfeld-verliebt“, lacht die junge Mutter zweier Kinder im Alter von vier und sechs Jahren.

Dialog der Kulturen 

Durch sie hat die talentierte Handarbeiterin wieder viel Zeit für Kreatives. In ihre Werke überträgt sie gerne ihre Lebensphilosophie - Dialog der Kulturen, Religionen, Generationen, Geschlechter. „Ich komme aus zwei verschiedenen Kulturen und Religionen. Der gemeinsame Nenner ist die Liebe beziehungsweise Leidenschaft zur Handarbeit“, erzählt die Freestyle-Häklerin. „Es ist toll, wenn Kinder und Jugendliche mit Häkeln anfangen.“ Das Hobby sei allerdings nicht nur für junge, sondern auch für ältere Menschen ideal. „Häkeln beschäftigt die Augen und Finger. Man wird fingerfertig und bleibt geistig fit“, erklärt Hasibe Özaslan.

Der Traum der Hersfelderin ist, mehrere Generationen an einen Tisch zu bringen. Mit einem Zwinkern verrät sie, dass sich in dieser Hinsicht bald etwas in der Stadt verändere, da sie schon einige Projekte geplant habe, um das Hobby den Menschen näher zu bringen. „Häkeln ist Hobby, Sport und Therapie in einem. Es ist eine Methode, Gedanken zu sortieren oder das Leben zu bereichern. Man kann dabei zusehen, gemeinsam häkeln oder einfach nur entspannen.“

Von Jasmin Krenz

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.