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Hersfeld-Preise für Goethe!-Tanzensemble, Robert Nickisch und Karla Sengteller

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Von: Kim Hornickel

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Feierliche Übergabe der Hersfeldpreise in der Stiftsruine Bad Hersfeld.
Feierliche Übergabe der Hersfeldpreise in der Stiftsruine Bad Hersfeld. © Steffen Sennewald

Das Tanzensemble des Musicals „Goethe! erhält den Großen Hersfeldpreis der Bad Hersfelder Festspiele. Mit Hersfeldpreisen werden die Schauspieler Robert Nickisch und Karla Sengteller ausgezeichent.

Bad Hersfeld – Die Bad Hersfelder Festspiele hatten es im Corona-Jahr 2022 nicht leicht. Krankheitsbedingte Ausfälle hinter und auf der Bühne machten dem Team zu schaffen, erklärte Festspiel-Intendant Joern Hinkel bei der Verleihung der Hersfeldpreise gestern in der Stiftsruine.

Am Sonntag schienen die Hindernisse der letzten Wochen jedoch vorerst überwunden. Die Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine prämierte mit der Stadt Bad Hersfeld die herausragenden Schauspielleistungen der Darsteller.

Karla Sengteller trägt in ihrer Rolle als Djali ein kleines Ziegenbärtchen.
Karla Sengteller erhält für ihre Rolle als Ziege Djali in Notre Dame den Hersfeldpreis. © Steffen Sennewald

Den Großen Hersfeldpreis erhielten gleich mehrere Akteure gemeinsam: Das Tanzensemble des Musicals „Goethe“, unter der Regie von Gil Mehmert. „Die Tänzerinnen und Tänzer stellen mit ihrer jungen Bewegungssprache und ansteckender Energie buchstäblich den Erfolg der Produktion ’auf die Beine’“, erklärte Bettina Frasche (Hessische/Niedersächsische Allgemeine, Kassel). Die Vorsitzende der Jury, zu der auch Hermann Diel (HR-Studio Fulda), Marion Schwarzmann (Deutsche Bühne), Thomas Kobbe (Waldeckische Landeszeitung) und Pit Rampelt (ZDF) gehören, bescheinigte den Tänzern „kraftvolle Leidenschaft“.

Hersfeldpreise verliehen: Robert Nickisch und Karla Sengteller sind die Gewinner

Bei der Verleihung des Hersfeldpreises gab es dann noch eine Überraschung: Die Juroren prämierten zwei beinahe stumme Figuren. Robert Nickisch als Quasimodo und Karla Sengteller als Ziege Djali im Glöckner von Notre Dame haben auf der Bühne zwar wenig zu sagen. Aber: „Sie erzeugen große Glaubwürdigkeit und beeindruckende Bühnenpräsenz“, erklärte Fraschke die Wahl.

Das Tanzensemble von „Goethe!“ erhält den großen Hersfeldpreis bei den Bad Hersfelder Festspielen.
Das Tanzensemble von „Goethe!“ erhält den großen Hersfeldpreis bei den Bad Hersfelder Festspielen. © Steffen Sennewald

Die Schauspieler aus der Inszenierung von Joern Hinkel, waren bei der Prämierung dann – wie ihre Rollen – ein wenig sprachlos. „Es ist so ungewohnt, etwas zu sagen“, erklärte Sengteller in ihrer Dankesrede. Sie sei jedoch stolz, den Preis zu erhalten. Auch Schauspielkollege Nikisch zeigte sich über den unverhofften Gewinn überrascht und gerührt.

Moderator Helgo Hahn von den Freunden der Stiftsruine bat anschließend Staatssekretärin Ayse Asar vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst auf die Bühne. Asar sprach der Stadt ihren Dank für die Förderung der Kultur in schweren Zeiten aus. „Das Land Hessen ist stolz auf das Hersfelder Engagement“, sagte die Politikerin.

Kritische Stimmen bei Preisverleihung: Jury mahnt Umdenken an

Trotz allen Lobes wurden auch kritische Stimmen bei der Preisverleihung laut. Jury-Vorsitzende Fraschke forderte dazu auf, wieder die gesamte Bühne – inklusive der Apsis – zu nutzen. Heftiger Beifall brandete daraufhin auf, die Zuschauer klatschten und nickten zustimmend. Zusätzlich appellierte die Jurorin, erneut originale Theaterstücke auf der Hersfelder Bühne zu zeigen. Erneut tosender Applaus. Joern Hinkel versprach, die Auswahl der Stücke anzupassen.

Hersfledpries für Robert Nickisch (Quasimodo).
Hersfledpries träger Robert Nickisch in seiner Rolle als Quasimodo in Notre Dame. © Steffen Sennewald

Zu Gast war außerdem der Gewinner des Hersfeldpreises 2021. Nico Kleemann hatte den Preis in seiner Rolle als Todd Anderson in Joern Hinkels Inszenierung des Filmklassikers Der Club der toten Dichter erhalten. Kleeman, der erneut in der bekannten Rolle zu sehen ist, erinnerte sich an die herausfordernden Proben. Der Hersfeldpreis sei eine „Bestätigung, dass es funktioniert hat“.

Zwischentöne bei der Preisverleihung: GBO-Oldtimer und Schauspieler singen

Schauspieler Mathias Schlung, der Pierre Gringoire in Notre Dame verkörpert, stimmte „Almost like being in love“ mit den Oldtimern des Gymnasialen Blas-Orchesters (GBO) an.

Spontan standen im Anschluss Philipp Büttner (Johann Goethe) und Iréna Flury (Lotte) auf der Bühne. Das Duett sang „Lächerlich“ aus dem Musical Goethe!. Die Schauspieler vertraten erkrankte Kollegen. „Hier macht gerade jeder alles“, erklärte Joern Hinkel, bei der doch nicht ganz von Corona verschonten Preisverleihung.

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