Vorgaben "spät und unspezifisch"

Hersfeld-Rotenburg: Kita-Träger kritisieren Land Hessen

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Bald für mehr Kinder möglich: Das gemeinsame Spielen in der Kita, wie es hier auf unserem Symbolbild geschieht.

Der Regelbetrieb in Kindertagesstätten soll nach Pfingsten starten und möglichst vielen Kindern den Besuch der Kita ermöglichen – soweit es die Hygienevorschriften zulassen.

Der Begriff klingt sperrig wie so vieles in Corona-Zeiten und bietet auch keine glatte Lösung: Der so genannte eingeschränkte Regelbetrieb in Kindertagesstätten soll am Dienstag nach Pfingsten starten und möglichst vielen Kindern den Besuch der Kita ermöglichen – soweit es die Hygienevorschriften zulassen.

Eine Herausforderung für die Kita-Träger, die erst am Mittwoch die offiziellen Anweisungen dazu erhalten hatten. Das Problem: Jede Einrichtung hat ihre ganz eigenen Gegebenheiten und Mitarbeiterinnen, pauschale Regelungen greifen nicht. Harald Preßmann, der Sprecher der Bürgermeister im Landkreis und Bürgermeister der Gemeinde Hauneck, fasst nach einer Dienstversammlung zusammen: „Jeder muss für seine Gegebenheiten ein eigenes Konzept entwickeln. Das Land macht die Vorgaben und wir hier unten müssen sehen, wie wir zurechtkommen.“

Dass die Vorgaben zum eingeschränkten Regelbetrieb so kurzfristig bekannt gegeben wurden, stößt nicht nur den Bürgermeistern auf, sondern auch anderen Trägern von Kitas. Der Wildecker Pfarrer Andreas Schmidt-Wecken ist zuständig für acht Kitas im ehemaligen Kirchenkreis Rotenburg und meint „Das ist wieder ganz eng geschneidert wie alles, was aus Wiesbaden kommt.“ Schnellschüsse wollen die kirchlichen Kitas dennoch nicht zulassen. Die Leitungen arbeiteten gemeinsam am Donnerstag an Konzepten, über die die Eltern umgehend informiert werden sollten. Auch bei der Awo Nordhessen, die in Rotenburg eine Kita und eine Krippe betreibt, ist man unter Druck: „Wir machen seit Wochen nichts anderes als zu gucken, wie wir die Betreuung bestmöglich regeln“, sagt die Abteilungsleiterin der Kinder- und Jugendhilfe, Angelika Hantscher.

Bei Null fängt im Grunde kein Betreiber an. Überlegungen, wie man möglichst vielen Kinder eine regelmäßige Betreuung zukommen lassen kann, laufen überall. Volker Jaritz, Bürgermeister von Breitenbach am Herzberg, hat sich für eine ohnehin im Kitabetrieb bewährte Lösung entschieden, die auch deshalb funktionieren kann, weil es keine Anmeldung für alle 55 Kita-Plätze gibt: „Wir machen Waldwochen – und zwar abgestimmt mit der Fachaufsicht.“ Die Fachaufsicht ist auch im Spiel, wenn eine Kommune Bürgerhäuser für Kitas nutzen will, was von heute auf morgen kaum möglich sein wird. 

Notbetreuung, Härtefälle und Beeinträchtigte 

Eingeschränkter Regelbetrieb bedeutet, dass zu den Kindern, die Anspruch auf eine Notbetreuung haben und denen, die auf Entscheidung des Jugendamtes zur Sicherung des Kindeswohls schon die Kita besuchen durften, nun weitere Kinder folgen. Zunächst die, für die eine Härtefallregelung für Familien gilt, außerdem Kinder mit Behinderungen. Dann können die Gruppen aufgefüllt werden. Für die Kitas müssen Hygienepläne entwickelt werden. Noch immer gelten die Regeln des Infektionsschutzes.

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