Für viele wird das Fest einsam - Telefonseelsorge ist vorbereitet

Landrat und Sozialdezernentin rufen zu Mitmenschlichkeit an Weihnachten auf

Der Weihnachtsstern leuchtet in der Bad Hersfelder Stiftsruine - fotografiert von unten.
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Der Weihnachtsstern leuchtet trotz allem hell in der Bad Hersfelder Stiftsruine.

Landrat Dr. Michael Koch und Sozialdezernentin Elke Künholz bitten zum Weihnachtsfest erneut um Verständnis für die coronabedingten Kontakteinschränkungen in Hersfeld-Rotenburg.

Hersfeld-Rotenburg – Die Heilige Nacht wird im Corona-Jahr nicht nur stiller, sondern für viele Menschen wohl auch einsamer werden. Landrat Dr. Michael Koch sowie die Sozialdezernentin und Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz bitten deshalb erneut um Verständnis für die coronabedingten Kontakteinschränkungen.

„Achten Sie in den kommenden Tagen in ganz besonderer Weise auf Ihre Mitmenschen und Nachbarn. Auch wenn wir uns nicht in gewohntem Umfang treffen dürfen, können wir doch füreinander da sein“, appellieren Koch und Künholz an die Bürger. „Kommunizieren Sie mit den Menschen, von denen Sie wissen, dass sie alleine sind. Seien Sie füreinander da. Mitmenschlichkeit, Zusammenhalt und Barmherzigkeit sind grundlegende Gebote unserer Gesellschaft. Wann, wenn nicht während dieser in vielerlei Hinsicht besonderen Weihnachtszeit sollten wir uns dies zu Herzen nehmen“, heißt es in ihrer Weihnachtsbotschaft.

Auch die Telefonseelsorge in Fulda ist darauf vorbereitet, dass zu Weihnachten mehr Menschen als sonst Rat und Hilfe suchen. „Corona wirkt wie ein Brennglas und verstärkt die ohnehin bestehenden Probleme“, sagt Pfarrerin Dagmar Scheer, die Leiterin der Telefonseelsorge. Auch sie mahnt: „Wir dürfengerade jetzt den Blick für andere Menschen nicht verlieren.“ Und sie ruft dazu auf, trotz Kontaktsperre andere Kommunikationswege zu nutzen. Die Mitarbeiter der Telefonseelsorge sind die ganze Nacht erreichbar, um einsamen Menschen beizustehen. Telefon kostenfrei: 0800/1110111 und 0800/1110222.

Auch im Klinikum ist „in diesem Jahr alles anderes“, weiß Pflegedienstleiterin und Oberin Birgit Plaschke. Wenn möglich, werden Patienten zum Fest nach Hause entlassen. Es gebe aber zum Glück auch genug Personal, das auf Urlaub und Freizeit verzichtet, um den verbleibenden Patienten zu Weihnachten beizustehen. Trotz der hohen psychischen Belastung versuchten die Klinikmitarbeiter, Zeit für persönliche Gespräche zu finden. Auch ein besonderes Weihnachtsessen soll den Patienten den Klinik-Aufenthalt angenehmer machen.

So sieht es bei den Tafeln in Bad Hersfeld und Bebra aus

Das traditionelle Weihnachtsessen für Bedürftige der Bad Hersfelder Tafel muss wegen Corona ausfallen. Deshalb werden Koch Karsten Hess aus Neuenstein und das Tafel-Team um Silvia Hemel das Weihnachtsessen zum Mitnehmen verpacken. Rund 45 Menschen haben sich dafür angemeldet und werden das Essen ab 11.30 Uhr nach und nach in Empfang nehmen. „Außerdem gibt es noch eine tolle Weihnachtstüte mit Süßigkeiten und Gutscheinen“, sagt Silvia Hemel. 

Die Tafel in Bebra hat wegen der Corona-Pandemie zuletzt eine größere Zahl an Kunden verzeichnet. Vor Weihnachten wurden neben Lebensmitteln gemeinsam mit Rewe auch bunte Weihnachtstüten sowie Bilderbücher und Legospielzeug an Kinder verteilt, berichten die beiden Leiterinnen Gundula Pohl und Dagmar George. Wegen der Corona-Auflagen bleibt die Tafel in Bebra bis zum 11. Januar geschlossen, ist für Notfälle aber telefonisch erreichbar. (Kai A. Struthoff)

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