Aufgabenpakete für jüngere Schüler, Online-Angebote für die älteren

Schulen im Kreis sehen Aufhebung der Präsenzpflicht gelassen

Ein Schüler mit Mund-Nasen-Schutz steht vor der Geistalschule in Bad Hersfeld.
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Statt mit Maske zur Schule zu gehen, können Kinder jetzt zu Hause arbeiten: Die Präsenzpflicht an Schulen ist bis zum Beginn der Weihnachtsferien aufgehoben.

Die Präsenzpflicht an den Schulen ist kurz vor Ferienbeginn aufgehoben worden. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg bleibt man gelassen. Die Schulen bieten individuelle Lösungen an.

Hersfeld-Rotenburg – Zweieinhalb Schultage sind es, die nach der Ankündigung der Regierung, ab Mittwoch die Präsenzpflicht an Schulen auszusetzen, überbrückt werden müssen. Dann sind Weihnachtsferien. Für die Schulen bedeutet das, dass zweigleisig gefahren werden muss: Es muss ein Betreuungsangebot für diejenigen Mädchen und Jungen aus den Klassenstufen 0 (Vorklasse) bis 6 geben, die nicht zuhause betreut werden können. Alle anderen müssen mit Aufgaben versorgt werden, die sie zuhause erledigen können. Auch digitaler Unterricht wird stattfinden.

Welches Kind welches Angebot wahrnehmen wird, das erfahren die Schulen erst am heutigen Dienstag, denn der Brief des Ministeriums, der über die Neuregelung informiert, konnte erst am Montag verteilt werden. Dennoch reagieren die meisten Schulen gelassen. Inzwischen gibt es schließlich schon reichlich Erfahrung mit Home-Schooling, dem Unterricht zu Hause. „Die Betreuung wird in der Schule weiterhin jahrgangsweise stattfinden“, erklärt Angelika Unger, Sekretärin an der Lindenschule Heinebach.

„Die Angebote im Ganztagesbereich laufen weiter. Wir rechnen aber eher mit einer geringen Zahl“, stellt Juliane Ferenszkiewicz, Abwesenheitsvertretung der Schulleiterin an der Ernst-von-Harneck-Schule in Bad Hersfeld. Im Stadtteil Hohe Luft seien selten beide Eltern berufstätig und würden deshalb die Betreuung zuhause übernehmen. Zudem sei die Angst vor Ansteckung groß. Einige Kinder kämen schon jetzt nicht zur Schule, berichtet sie. Solle die Schulschließung länger dauern, sieht Ferenszkiewicz allerdings größere Probleme: Aus der Erfahrung im Frühjahr weiß man an der Schule, dass die gestellten Aufgaben, trotz des engen Kontaktes, den die Lehrkräfte zu Kindern und Eltern gehalten hätten, nicht immer erledigt worden seien. Gerade bei den Kindern, bei denen zuhause eine andere Muttersprache als Deutsch gesprochen werde, könnten so schnell größere Lücken entstehen.

Individuell auf jedes Kind abgestimmt sind die Materialpakete, die an der Heinrich-Grupe-Schule für Lernhilfe in Philippsthal den Schülern heute mitgegeben werden, erklärt Schulleiterin Simone Weber. Am ersten Tag nach den Ferien würden die Aufgaben dann besprochen. Für Probleme stünde zudem eine Lehrer-Hotline zur Verfügung. Mit diesem Modell habe man, so Weber, gute Erfahrungen im Frühjahr gemacht. Für alle Kinder, die nicht zuhause bleiben könnten, gebe es weiterhin Betreuung in der Schule. „Im Frühjahr hat uns die Schulschließung kalt erwischt“, erinnert sich Sabine Amlung, Leitern der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg. Inzwischen hätten aber die Lehrkräfte persönlich „mächtig aufgerüstet“ und sich, teilweise mit Unterstützung durch Kollegen, in Programme und Kommunikationskonzepte eingearbeitet. Online-Unterricht und Videokonferenzen seien also grundsätzlich kein Problem und auch selbstverständlich geübte Praxis bei Kindern, die aus gesundheitlichen Problemen derzeit zuhause bleiben müssten. Schwierig sei es allerdings nach wie vor mit dem W-Lan. „Schon jetzt gibt es oft Störungen“, berichtet Amlung. Gerade in den Dörfern sei das Internet nicht überall stabil. Nun werde sich auch zeigen, ob die mobilen Endgeräte, die die Schulen von Kreis zur Verfügung gestellt bekamen und die an Schüler ausgeliehen werden könnten, ausreichten.

Probleme mit der Internetverbindung kennen auch Thorsten Gräf, der stellvertretende Schulleiter der Blumenstein-Schule in Obersuhl, und Nicole Stutz, Leiterin der Gesamtschule Niederaula. Stutz hofft jedoch auf eine Breitbandanbindung ab Januar. Die Laptops sind an beiden Schulen erst vor wenigen Tagen geliefert worden. Sie werden dann erst nach den Ferien in Betrieb genommen. Auf schnelles Internet warten die Obersberg-Schulen in Bad Hersfeld nach wie vor vergeblich. Trotzdem funktioniert der Online-Unterricht, erklärt MSO-Schulleiter Karsten Backhaus, aber nur, weil die Lehrkräfte dann auch von zuhause aus arbeiteten. Im Frühling habe der Online-Unterricht gut geklappt, so Backhaus, inzwischen sei alles aber noch einmal neu überarbeitet worden. (Christine Zacharias)

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