Opfer leiden bis heute

Mitarbeiter von Gericht und Ordnungsamt mit Benzin benetzt: Zweieinhalb Jahre Haft

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Tatort Dudenstraße: In diesem Haus spielte sich das Drama im Mai 2017 ab. 

Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten hat die 6. Strafkammer des Landgerichts Fulda einen 58 Jahre alten Mann aus Bad Hersfeld verurteilt.

Seine Verbrechen: schwere Brandstiftung, Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Eine Familienfehde und ein Missverständnis waren Anlass für das Ausrasten des späteren Angeklagten, der am 23. Mai 2017 Vertreter von Gericht und Ordnungsamt mit Benzin benetzte und anzuzünden gedroht sowie mit einer Dachlatte um sich geschlagen hatte.

Der türkische Staatsangehörige, der der deutschen Sprache nur eingeschränkt mächtig ist, hatte das Erscheinen der Gerichtsvollzieherin als drohende Räumung des ganzen Hauses interpretiert. Dabei ging es lediglich um die Sicherung von Mobiliar in der Gaststätte im Erdgeschoss.

Weil sein einer Sohn außer Haus war und der andere schlief, konnte den Wütenden zunächst niemand aufklären und beruhigen. Dessen Aggression richtete sich auch gegen seinen Bruder, den er für die Gesamtsituation verantwortlich machte. Bevor er festgenommen werden konnte, demolierte der Hersfelder noch das vor dem Haus geparkte Auto des Bruders.

Vor Gericht war auch deutlich geworden, wie die Opfer des Ausrasters unter dem dramatischen Geschehen gelitten haben. Einige haben die ausgestandene Todesangst bis heute noch nicht vollständig verarbeitet. Da half es auch nichts, dass sich der Angeklagte bei den Zeugen zu entschuldigen versuchte.

Das Gericht mit Landgerichtspräsident Dr. Jochen Müller an der Spitze folgte beim Strafmaß dem Antrag von Staatsanwalt Andreas Hellmich. Zwei Monate werden wegen der Untersuchungshaft angerechnet. Rechtsanwalt Dietmar Kleiner aus Gießen, der den Hersfelder verteidigte, hatte für eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung plädiert. Die Frage nach einer möglicherweise eingeschränkten Schuldfähigkeit hatte der Gutachter mit Nein beantwortet.

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