Hersfelder-Abiturient Roko Sandro Markesic geht mit 16 Jahren an die Uni

Auf seine Abiturprüfungen an der Modellschule Obersberg hat sich Roko Sandro Markesic unter anderem am Whiteboard in seinem Zimmer vorbereitet. Foto: Reymond

Bad Hersfeld. Roko Sandro Markesic ist zwar erst 16 Jahre alt, jedoch weiß er heute schon ganz genau, wie sich sein späteres Berufsleben einmal darstellen wird.

Fast schon minutiös hat er seine Zukunft verplant. Da spielt es ihm sicherlich in die Karten, dass er ein Freund der Mathematik und damit der Zahlen ist. Seinen Abiturschnitt sieht er bestenfalls bei 1,9. Es könnte aber auch eine zwei vor dem Komma stehen. Das sei aber auch ganz egal, da für den Studiengang Mathematik an keiner Universität des Landes ein Numerus Clausus vorgegeben sei. „Eigentlich hätte Roko noch viel besser sein können. Aber er ist halt recht schnell zufrieden. Er möchte auch nicht als Streber verschrien werden“, sagt seine Mutter Daniela.

Roko ist wohl eher ein Schüler, dem viele Dinge einfach so zufliegen. Bereits mit fünf Jahren wurde er eingeschult, wechselte etwa einen Monat vor Beginn der Sommerferien in die 2. Klasse und fand sich nach den sechs Wochen Freizeit bereits in der dritten Klasse wieder.

Mit drei Jahren gelesen 

„Schon mit drei Jahren hat er kurze Worte lesen und im Zahlenbereich bis zehn perfekt rechnen können“, erinnert sich Rokos Mutter. Auch wenn er wesentlich jünger ist als viele seiner Mitschüler, sieht sich der 16-Jährige nicht als Überflieger. Auch hätten ihn seine älteren Klassenkameraden nie ausgegrenzt. „Ich war zwar immer der Kleinste, aber sonst gab es da eigentlich nichts“, berichtet Roko. An eine Auffälligkeit erinnert sich hingegen seine Mutter: „Nach dem Wechsel zur Gesamtschule mit gerade einmal acht Jahren war sein Ranzen immer leer. Der Lehrer hatte dafür gesorgt, dass Roko jedes Buch in doppelter Ausführung hatte - eins zu Hause und eines in der Schule. So musste der schmächtige Junge nie schwer tragen.“

Roko selbst möchte davon überhaupt nicht gerne reden. Er blickt lieber nach vorne und möchte direkt nach dem Abitur für drei Monate in irgendeiner Hersfelder Kneipe jobben, um dann mit dem Studium der Mathematik und der Betriebswirtschaft anzufangen. Am liebsten an der Technischen Universität in München. Dort leben Bekannte der Familie Markesic, und Roko könnte sich dort sonntags immer zum Mittagessen einladen. Wohin es ihn aber tatsächlich verschlägt, das weiß er noch nicht. Ich muss mich noch bewerben: „Ulm, Kaiserslautern, Karlsruhe und Hamburg kommen auch infrage.“

Vielleicht wird es aber auch die Bankenstadt Frankfurt, wo er sich aktuell für ein Praktikum an der Börse beworben hat. Auf jeden Fall wird es im Spätsommer noch einmal zum Urlaub bei Oma nach Kroatien gehen. „Ich freue mich schon auf die Grillabende. Bei meiner Großmutter schmeckt einfach alles.“

Frisch gestärkt steht nach dem Urlaub in der alten Heimat der Familie Markesic der Uni-Start an. Und später wird Roko für eine Bank oder eine Versicherung als Wirtschaftsmathematiker arbeiten - natürlich in einer Großstadt. Darüber ist der junge Freund der Zahlen und klaren Strukturen mit sich längst im Reinen.

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