Halb-Italiener erwartet bei Viertelfinale ein ganz enges Spiel

Halb Deutscher, halb Italiener: Hersfelder Pilotto hofft auf EM-Fußballfest

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Fußballfans: Eric Pilotto (links) und sein Vater Giovanni freuen sich auf das heutige Duell zwischen Deutschland und Italien.

Bad Hersfeld. EM-Viertelfinale: Deutschland gegen Italien. Für den Hersfelder Eric Pilotto ein ganz besonderes Spiel: Die Mutter ist Deutsche, der Vater Italiener.

Wir haben mit dem 27-Jährigen gesprochen.

Die Erinnerungen

„2006 habe ich mit einem Freund geschaut, der ebenfalls Halb-Italiener ist. Das war ein nervenaufreibendes Spiel, das Deutschland in der Verlängerung ja dann 0:2 verloren hat. Meine Gefühlswelt war total durcheinander. Ich hatte zu Deutschland gehalten, war deshalb nach dem Spiel erst geschockt – und habe mich dann doch an der Euphorie der Italiener erfreuen können.

2012 habe ich wieder mit diesem Freund geschaut. Dann kam Balotelli – und das Spiel war gelaufen. Irgendwie sind mein Freund und ich keine gute Kombination für dieses Duell, glaub ich (lacht).“

Die Erwartungen

„Italien hatte bislang den schwereren Weg im Turnier. Deutschland hat sich stetig gesteigert und wird seinem Ruf als Turniermannschaft jetzt wieder gerecht. Ich sehe heute Abend dennoch keinen Favoriten und denke die Tagesform wird entscheiden, obwohl bei Italien wohl einige Spieler ausfallen werden. Selbst mein Vater Giovanni, der glühender Fan der Squadra Azzurra ist, hatte sie für die schlechteste italienische Mannschaft seit langem gehalten. Aber wir haben beide gesehen, dass das nicht der Fall ist.“

Der Fußballabend

„Das Spiel hat eine besondere Brisanz. Und deshalb schaue ich es gemeinsam mit meine Vater zu Hause. Auf Public Viewing habe ich keine Lust. Italien hin oder her – wir beide gehen das heute Abend eher klassisch Deutsch mit einigen Bier an.“

Daumendrücken

„Ich bin ja irgendwie in der Zwickmühle, weil zwei Herzen in meiner Brust schlagen. An sich kann ich bei diesem Spiel gar nicht verlieren – das habe ich ja schon vor zehn Jahren gemerkt. Ich hoffe deshalb einfach, dass wir ein schönes Spiel sehen und es für uns alle ein Fußballfest wird.“

Typisch deutsch – typisch italienisch

„Mein Vater ist schon sehr impulsiv. Da bin ich deutlich gelassener und ausgeglichener. Das habe ich wohl von meiner Mutter. Wenn mein Vater beim Fußball vor dem Fernseher flucht, wollen Sie nicht dabei sein (lacht).“

Pizza oder Schnitzel?

„Deutsche Hausmannskost ist okay. Aber ich bevorzuge schon die italienische Küche. Mediterran ist einfach unschlagbar. Als Urlaubsziel ist Italien immer meine erste Wahl. Wir haben viele Verwandte auf Sardinien.“

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