Finanzierung weiter ungeklärt

Hersfelder Stadtpolitiker enttäuschen Hoffnungen des neuen Festspielchors

Warme Worte, aber nichts Konkretes: Mit Verdis „Messa da Requiem“ hatten der neue Konzert- und Festspielchor und sein Dirigent Ulrich Manfred Metzger – hier ein Probenfoto – einen guten Start, doch die Zukunft des Ensembles ist derzeit ungeklärt. Foto: Archiv/Deppe

Bad Hersfeld. Der erst vor der Spielzeit 2016 gegründete Hessische Konzert- und Festspielchor hängt momentan in der Luft: Weder ist die Finanzierung des Ensembles geklärt, noch ist bekannt, welche Aufgaben die Sänger aus Bad Hersfeld, Marburg und Frankfurt bei den Bad Hersfelder Festspielen 2017 übernehmen sollen.

Das wurde am Mittwoch in der Sitzung des Stadtverordneten-Ausschusses für Bildung und Kultur deutlich. Zwar gab es seitens der Stadtpolitiker für die beiden Aufführungen von Verdis Requiem im August warme Worte, doch eine Perspektive für ihre künftige Arbeit bekamen die Vereinsvorsitzende Eva Naumann und Dirigent Ulrich Manfred Metzger nicht aufgezeigt.

Vielmehr verwies Bürgermeister Thomas Fehling auf die alleinige Zuständigkeit von Festspielintendant Dr. Dieter Wedel, der auch über die Vergabe der Finanzmittel entscheide. Er selbst habe gegenüber Metzger nie irgendwelche Zusagen gegeben. „Es gibt keine Verabredungen mit der Stadt“, stellte Fehling klar. Ohnehin habe nicht er, sondern die Stadtverordnetenversammlung die Hoheit über den städtischen Haushalt.

Chorleiter Metzger, der eingangs noch seinen Respekt für die musikalische Arbeit für den früheren Chef der Hersfelder Oper, Siegfried Heinrich, bekundet hatte, hatte zwar keine konkreten Forderungen gestellt, allerdings deutlich gemacht, dass der Chor derzeit „auf dem Trockenen sitzt“.

Was die kommende Spielzeit angeht, verwies Metzger auf eine mündliche Zusage von Intendant Wedel, die Sänger seien „2017 definitiv wieder dabei“. Er berichtete zudem, dass ihm das Land Hessen eine Übernahme der Kosten für sein Dirigat in Aussicht gestellt habe.

Unterschiedliche Sichtweisen wurden deutlich, als es um die Kosten für das Verdi-Requiem ging: Während Metzger den bisher der Oper gewährten Landeszuschuss einrechnete und mit dem Erlös aus dem Kartenverkauf unter dem Strich sogar auf ein Plus kam, macht der Bürgermeister deutlich, dass das Geld aus Wiesbaden nicht zweckgebunden, sondern allgemein den Festspielen zugedacht gewesen sei. Nach dieser Lesart haben die Verdi-Konzerte ein Minus produziert.

Für die Stadtverordneten Karsten Vollmar und Carsten Lenz (beide SPD) waren dies unter dem Strich zu viele Eventualitäten, Unklarheiten und Absichtserklärungen, um sich ein konkretes Bild zu machen. Solange nicht einmal die Bilanzzahlen für die vergangene Festspielsaison auf dem Tisch lägen, könne man auch nicht über Verpflichtungen für das kommende Jahr sprechen.

Bürgermeister Fehling wies darauf hin, dass der Abschluss 2016 vom Spielplan 2017 abhänge, weil für eventuelle Wiederaufnahmen Abschreibungen eingerechnet werden müssten. Fehling stellte Bilanz und Programm für den 18. November in Aussicht.

Eine Sprecherin der Festspiele erklärte dazu auf Anfrage unserer Zeitung, dass mit Hochdruck an der Planung für 2017 gearbeitet werde und bat noch um etwas Geduld.

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