Berufungsverhandlung vor Fuldaer Landgericht

Hersfelder Tankstellen-Randalierer rastet auch vor Gericht aus

Fulda/Bad Hersfeld. Einen bislang bizarren Verlauf nimmt die Berufungsverhandlung des Bad Hersfelder Tankstellen-Randalierers vor der Berufungskammer des Fuldaer Landgerichts.

Der 19-jährige Angeklagte, ein Flüchtling aus dem Irak, überzog zu Beginn seinen Verteidiger, den Dolmetscher, den Sachverständigen und die Staatsanwältin mit Beleidigungen übelster Art und verkündete dann wiederholt: "Ich habe nichts gemacht!"

Die Videobilder der Überwachungskameras, die das Geschehen vom 17. Januar vergangenen Jahres aus fünf verschiedenen Blickwinkeln aufgezeichnet hatten, sprachen freilich eine andere Sprache: Demnach hatte der mit einer schweren Fahrradkette bewaffnete junge Mann im Verkaufsraum der Tankstelle in der Carl-Benz-Straße erst drei Schachteln Zigaretten erpresst und anschließend zugeschlagen, als ihm die Herausgabe von 100 Euro verweigerte wurde.

Der Räuber hatte sich anschließend nach draußen begeben, kehrte jedoch kurz darauf zurück. Durch den mit Verzögerung wirksamen Schließmechanismus der Eingangstür war der junge Mann dann im Shopbereich festgesetzt und begann zu randalieren. Insbesondere die verschlossene Glastür traktierte er mit heftigen Schlägen der Kette. Der Sachschaden ging in die Tausende.

Erst der Polizei gelang es, den Wüterich durch Tränengas außer Gefecht zu setzen. Für diese Taten hatte ihn das Jugendschöffengericht in Bad Hersfeld im August zu einem Jahr und neun Monaten Jugendstrafe verurteilt. Gegen diese Entscheidung hat der Iraki Berufung eingelegt. Hintergrund ist offenbar eine völlig andere Rechtsauffassung, nach der eine Sachbeschädigung nicht strafbar ist. Dass er nun seit fast einem Jahr hinter Gittern sitzt, ist für den Flüchtling offenbar nicht nachvollziehbar. Aktuell ist der Angeklagte wegen weiterer unflätiger Beschimpfungen von der Verhandlung ausgeschlossen.

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Rubriklistenbild: © dpa

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