Bad Hersfelder Zoll gelingt Schlag gegen organisierte Kriminalität

Sie schufteten für 10 Euro pro Tag: Reinigungsfirma beutet Arbeitnehmer aus

Dem Zoll aus Bad Hersfeld ist ein Schlag gegen das organisierte Verbrechen gelungen. Ermittelt wurde gegen eine Reinigungsfirma, die Bulgaren für 10 Euro pro Tag schuften ließ.

Bad Hersfelder Zollbeamte haben jetzt gemeinsam mit der Steuerfahndung Wiesbaden gegen eine Tätergruppe von zehn Beschuldigten, die im Main-Taunus-Kreis eine Reinigungsfirma betreibt, ermittelt. Das teilen die Staaatsanwaltschaft Frankfurt/M. und das Hauptzollamt Gießen in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. 

In der Reinigungsfirma wurden überwiegend aus Bulgarien akquirierte Arbeitskräfte beschäftigt, die mutmaßlich nicht ordnungsgemäß zur Sozialversicherung angemeldet worden waren. Die Ermittlungen hätten auch Hinweise darauf ergeben, dass die Beschäftigung ausbeuterisch erfolgte. Teilweise erhielten die Reinigungskräfte nur zehn Euro Lohn pro Tag. 

Ihnen wurden ihre Pässe abgenommen und sie wurden schlecht untergebracht. Darüber hätten die Beschuldigten einige Arbeitnehmer dazu genötigt, formell als Geschäftsführer für Servicefirmen zu fungieren, um so von sich selbst abzulenken, heißt es in der Pressemitteilung. 

"Große kriminelle Energie und Menschenverachtung"

Mit den immer wieder neugegründeten Servicefirmen seien Scheinrechnungen mit einem Rechnungsvolumen von weit mehr als zehn Millionen Euro erstellt worden, die zur Abdeckung der eigenen Schwarzarbeit dienten, aber auch an andere Firmen für den gleichen Zweck abgegeben wurden.

Gegen die mutmaßlichen Haupttäter, zwei Türken und zwei Bulgaren im Alter von 28 bis 55 Jahren wurden am Dienstag vier Haftbefehle vollstreckt. Gegen den vermeintlichen Kopf der Bande, einen 55-jähriger Türken, wird darüber hinaus auch wegen des Verdachts des Sozialbetruges ermittelt. Ihm wird vorgeworfen jahrelang Sozialleistungen bezogen zu haben, obwohl er hohe Einnahmen aus der Reinigungsfirma bezogen haben soll. 

„Wir haben es hier mit einer Tätergruppe zu tun, die mit großer krimineller Energie und Menschenverachtung Profite macht“, sagte Michael Bender, Pressesprecher des Hauptzollamtes Gießen. Es handelt sich dabei nicht nur um „ein bisschen Schwarzarbeit“ sondern um organisierte Kriminalität“.

Rubriklistenbild: © dpa/Jens Büttner/

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