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Hilfsbereitschaft, neue Partner und ein Abschied

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Von: Christine Zacharias

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Christine Zacharias
Christine Zacharias © Maaz, Nadine

Eine Städtepartnerschaft mit einer ukrainischen Stadt war kürzlich Thema in Bad Hersfeld. Da gibt es sicher viele Kandidaten, die auch viel mit Bad Hersfeld gemeinsam haben.

Bad Hersfeld - Die aus der Ukraine stammende Polina Sorel, die sich seit Beginn des Krieges in ihrem Heimatland mit großem Engagement um geflüchtete Menschen kümmert, schlägt ihre Heimatstadt Mykolajiw als möglichen Partner vor. Nicht etwa, weil sie dorther kommt, sondern weil es eine traurige Verbindung zwischen Mykolajiw und Bad Hersfeld gibt. Denn es war der Hersfelder Paul Zapp der mit verantwortlich war, dass während des Zweiten Weltkriegs die Juden aus Mykolajiw ermordet wurden (unsere Zeitung berichtete).

Das betraf auch die Familie Bronfman, die seit 23 Jahren in Bad Hersfeld lebt. Ephym Bronfmann, Polinas Vater, hat das Massaker überlebt, weil sein Vater dafür sorgte, dass er die Stadt rechtzeitig mit seiner Muter verlassen hat. Als er nach Kriegsende zurückkam, sei niemand von der Verwandtschaft mehr da gewesen, erzählte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Erst kürzlich hat die Familie herausgefunden, was damals passiert ist – über den Kontakt mit dem Rotenburger Historiker Dr. Heinrich Nuhn.

Mykolajiw gehört zu den Städten, die besonders stark von den russischen Angriffen betroffen sind. Viele Mykolajiwer seien, so erklärt Sorel, in Bad Hersfeld gestrandet. Sie könne zudem Kontakte in ihre alte Heimat herstellen. Darüber könnte man ja mal ins Gespräch kommen und auf vorhandenes Engagement aufbauen. Denn Partnerschaften leben, das wissen wir alle, von den persönlichen Kontakten und vom Engagement Einzelner, die viele andere mitziehen.

Der Brand eines Fachwerkhauses in Aua am vergangenen Wochenende hat viele Menschen bewegt. Nicht zuletzt, weil eine Familie – Vater, Mutter, zwei Kinder und die Oma – kurz vor Weihnachten ihr Zuhause verloren hat. Die Familie ist zwar bei Familienangehörigen untergekommen, es gibt aber noch keinen Überblick, wie es jetzt weitergehen soll, wo sie in den nächsten Monaten leben werden und was tatsächlich benötigt wird. Die Hilfsbereitschaft in Aua ist jedoch groß. Viele Menschen wollen die betroffene Familie unterstützen. Deshalb hat Pfarrer Michael Zehender ein Spendenkonto eingerichtet, auf das alle, die helfen wollen, einzahlen können: Kirchenkreisamt Hersfeld, IBAN: DE02 5206 0410 0001 9001 02, Verwendungszweck: „Hausbrand Aua“.

Vor genau 15 Jahren, im Dezember 2007, wurde in der Heringer Stadtkirche das erste Erwachsenen-Krippenspiel gezeigt. Bei einem Großteil der Aufführungen, die seither – abgesehen von der Corona-Pause– von Laienspielern jährlich auf die Bühne oder vielmehr in den Chorraum des Gotteshauses gebracht wurden, hat Claus Heymann nicht nur Regie geführt, sondern auch die Texte verfasst. Die Krippenspiele sind dadurch zu Theaterproduktionen geworden und gingen inhaltlich weit über die szenische Darstellung der biblischen Weihnachtsgeschichte hinaus. Jetzt aber hat der Autor und Regisseur seinen Abschied angekündigt. Das Stück „Das fünfte Gedeck – oder die Erwartung“, das an diesem Wochenende aufgeführt wird, ist seine vorerst letzte Krippenspiel-Inszenierung in der Werrastadt. Ob ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin in seine großen Fußstapfen tritt und die Heringer Krippenspiel-Tradition fortsetzt, steht offenbar noch in den Sternen. Wobei ein Stern ja bekanntlich auch in der Weihnachtsgeschichte eine bedeutende Rolle gespielt haben soll ...

Von Christine Zacharias

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