Bebraer Baufirma erhält Ausbildungszertifikat der Agentur für Arbeit

Himmel und Papesch bildet ausgezeichnet aus: Wir suchen keine "Schippenmännchen"

+
Ehrung auf der Baustelle: Geschäftsführer Jörg Gnauert (ganz rechts) freut sich über die Auszeichnung, überreicht von Carmen Issleib-Timm und Waldemar Dombrowski von der Arbeitsagentur (Vierte und Fünfter von links). Dabei sind Beate Becker, Kerstin Schulze und Rüdiger Gümpel (von links) sowie die Azubis Marian-Benedikt Mohr und Eid Salem Al Shmari (auf dem Bagger von links).

Himmel und Papesch kann sich freuen: Die Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda verleiht dem Bebraer Bauunternehmen in diesem Jahr eines von zwei Ausbildungszertifikaten.

Die Übergabe einer Urkunde durch Waldemar Dombrowski, Leiter der Arbeitsagentur für die Region Bad Hersfeld-Fulda, fand jetzt in der Firmenzentrale in Bebra statt.

Die Arbeitsagentur zeichnet in jedem Jahr zwei Unternehmen, die sich im Bereich Ausbildung besonders engagieren, mit einem Ausbildungszertifikat aus. Agenturchef Dombrowski lobte bei der Übergabe der Auszeichnung ausdrücklich die Bereitschaft des Baunternehmens, zum Anwerben von neuen Auszubildenden auf Praktika zu setzen, und im Rahmen eines jährlich stattfindenden Azubitages über die im Unternehmen angebotenen Ausbildungsberufe zu informieren. Darüber hinaus hob er die Bereitschaft des Unternehmens hervor, auch junge Menschen mit Fluchthintergrund einzustellen. Momentan sind zwei der insgesamt 18 Auszubildenden Flüchtlinge aus Syrien und Kuwait.

Firma besteht seit 95 Jahren

Geschäftsleiter Jörg Gnauert zeigte sich erfreut über die Auszeichnung, die mit dem 95-jährigen Firmenbestehen zusammenfällt. Zum Leitbild der Ausbildung sagte er: „Wir brauchen Spezialisten, die wissen, was sie tun. Die Zeit der einfachen Schippenmännchen ist vorbei.“ Seine Bereitschaft, auch Flüchtlingen eine Chance zu geben, sieht Gnauert als Selbstverständlichkeit an: „Mir ist egal, ob es Deutsche oder Flüchtlinge sind – da habe ich keine Berührungsängste.“

Neben der Ausbildung versucht das Unternehmen außerdem auf Schulungen und Weiterbildung zu setzen. Auf dem in diesem Jahr eröffneten „Gnauert-Campus“ soll das Angebot künftig zentralisiert werden. Zu diesem Zweck soll ein neuer Schulungsraum auf dem Firmengelände entstehen. „Wir bilden aus, um uns nachhaltig unsere Fachkräfte zu sichern“, sagt Gnauert. In der Regel würden alle Azubis im Baugewerbe und ungefähr 75 Prozent der Azubis im kaufmännischen Bereich übernommen.

Ein Bewerber auf zwei Ausbildungsplätze

Trotz der intensiven Bemühungen um neue Auszubildende und einer Bezahlung über dem festgelegten Tariflohn, fällt es Himmel und Papesch, genauso wie vielen anderen Handwerks- und Baubetrieben im Kreis, immer schwerer, ihre freien Ausbildungsplätze zu besetzen. Laut Arbeitsagenturchef Dombrowski kämen in der Region auf einen Bewerber im Baubereich zwei Ausbildungsplätze.

Den Grund dafür sieht Rüdiger Gümpel, Prokurist und Ausbildungsleiter des Unternehmens, in der Einstellung gegenüber dem Baugewerbe: „Der Bau hat ganz klar ein Image-Problem.“ Daneben seien viele potenzielle Kandidaten abgeschreckt von der Idee, die ganze Woche fern der Heimat auf Montage zu sein. Trotz des zurückgegangenen Interesses junger Menschen am Baugewerbe sei es jedoch bisher immer gelungen, alle Ausbildungsplätze zu besetzen, versichert Gnauert.

Neben Himmel und Papesch in Bebra wurde in diesem Jahr auch der Lebensmittelmarkt Jens Fürstenberg in Haunetal-Neukirchen von der Arbeitsagentur mit einem Ausbildungszertifikat ausgezeichnet.

Von Marcel Müller

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.