„HKZ steht nicht am Pranger“

Bürgermeister und Geschäftsführer um Deeskalation in Klinik-Krise bemüht

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Das Herz- und Kreislaufzentrum in Rotenburg, 

Nach Bekanntwerden der Pläne für den Radikalumbau des Klinikums Hersfeld-Rotenburg bemühen sich Geschäftsführer Rolf Weigel und Rotenburgs Bürgermeister nun um Deeskalation.

Bad Hersfeld/Rotenburg - Der geplante Radikalumbau der Kliniklandschaft sieht die Verlagerung aller akutmedizinischen Abteilungen vom HKZ in Rotenburg ans Klinikum in Bad Hersfeld vor. Betriebsrat und politisch Verantwortliche hatten zuvor beklagt, dass sie nicht ausreichend informiert worden seien.

Nun hat sich der Geschäftsführer des Klinikums, Rolf Weigel, mit Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald (CDU) getroffen. Grunwald hatte in dem Vier-Augen-Gespräch laut einer gemeinsamen Mitteilung, Weigel seinen Unmut darüber deutlich geäußert, dass weder die politisch Verantwortlichen vor Ort noch der Aufsichtsrat ausreichend in Kenntnis gesetzt worden sei.

Es sei der Eindruck entstanden, „dass das Klinikum allein durch die Verlegung des HKZ finanziell zu sanieren wäre“, kritisierte der Bürgermeister und betonte sein Unverständnis über die Planung, dass das renommierte Haus innerhalb von drei Jahren nach Bad Hersfeld verlegt werden solle.

Er verlangte, es müsse deutlich gemacht werden, dass das Klinikum nicht allein durch eine Verlagerung des HKZ stabilisiert werde. Grunwald monierte, dass bei der Vorstellung der geplanten Veränderungen des Klinikums nicht erläutert wurde, „warum diese rein zulasten des Standorts Rotenburg gingen und warum die geplanten baulichen Maßnahmen am HKZ offenbar vollständig verworfen wurden“.

Rolf Weigel unterstrich, dass es nicht darum gehe, das HKZ allein für die dramatische Situation verantwortlich an den Pranger zu stellen. „Wir haben in beiden Kliniken Defizite in den Bereichen der Bausubstanz und auch der Prozesse.“ Auch das Klinikum sei an den immer höher werdenden Fehlbeträgen der vergangenen Jahre nicht unerheblich beteiligt. Die Empfehlung der Gutachter der Beratungsfirma Curacon laute glasklar: Kein „Weiter so“.

Deshalb müsse die Akutmedizin an einem Standort in Bad Hersfeld konzentriert werden. Weigel betonte, „dem Erhalt von möglichst vielen Arbeitsplätzen gelte das Augenmerk der Klinik-Geschäftsführung“. (kai/ses)

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