Gesellschafter Johannes Schick blickt trotz Eigenverwaltung optimistisch nach vorn

Höltl Datentechnik aus Bad Hersfeld sieht „Riesenchance“

Im Fokus: Die Bad Hersfelder Firma Höltl Retail Solutions, die ihren Firmensitz auf Hof Meisebach am Stadtrand von Bad Hersfeld hat, hatte am Montag mitteilen lassen, dass das Amtsgericht einer sogenannten Eigenverwaltung zugestimmt hat. Foto: Höltl/nh

Bad Hersfeld. Johannes Schick wirkt ganz entspannt. „Von einer Last befreit“, nennt es der Gesellschafter des Bad Hersfelder Unternehmens Höltl Retail Solutions. Der Anbieter von Kassen- und Warenwirtschaftslösungen hatte am Montag mitteilen lassen, dass das Amtsgericht einer so genannten Eigenverwaltung zugestimmt hat.

Dabei wird die wirtschaftliche Lage des Unternehmens von einem unabhängigen Sachwalter geprüft. Auslöser für das Verfahren ist der geplatzte Auftrag eines Großkunden, berichtet Schick am Dienstag unserer Zeitung. Die Eigenverwaltung sei demnach eine Art Schutzglocke, unter der sich in Ruhe weiterarbeiten lasse. „Wir wollen die nächsten Monate konzentriert an der Umstrukturierung arbeiten, die wir schon 2015 begonnen haben“, sagt Schick und bestätigt auch, dass die 100 Arbeitsplätze nicht zur Debatte stehen: „Darüber denken wir momentan nicht nach.“

Johannes Schick

Während die Geschäftsleitung hoffe, das im März beginnende Verfahren bis Ende Juni abgewickelt zu haben, wolle man die „Riesenchance“ nutzen, zu den eigenen Wurzeln zurückzukehren. „Solche Großprojekte sind ohnehin untypisch für uns und lähmen die Innovationskraft“, sagt Schick. Mit kleinen Schritten sei das Unternehmen über die Jahre schließlich immer gut gefahren und auch stetig gewachsen. Als die Geschäftsleitung am Montag die Mitarbeiter über die Eigenverwaltung informiert habe, sei das wohl für einige ein Schock gewesen, sagt Schick. Dann habe es viele Fragen gegeben. „Am Ende hatte ich den Eindruck, dass es die Abteilungen noch enger zusammenschweißt“, sagt er. Damit sei der einzige negative Effekt für ihn ein möglicher Imageschaden. „Aber das können wir zurückgewinnen, deswegen sind die Zahlen einfach wichtiger. Und am Ende des Jahres werden wir gut dastehen“, prognostiziert Schick.

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