1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra
  4. Bad Hersfeld

Bürgermeisterkandidatin Anke Hofmann will Neubau der Hochbrücke stoppen

Erstellt:

Kommentare

Das Tor zur Stadt: Die Hochbrücke am Peterstor in Bad Hersfeld soll erneuert werden. Bürgermeisterkandidatin Anke Hofmann will die Pläne überdenken.
Das Tor zur Stadt: Die Hochbrücke am Peterstor in Bad Hersfeld soll erneuert werden. Bürgermeisterkandidatin Anke Hofmann will die Pläne überdenken. © Nadine Meier-Maaz

Die parteilose Bürgermeisterkandidatin Anke Hofmann will die Pläne für einen Ersatzbau der Hochbrücke in Bad Hersfeld auf den Prüfstand stellen.

Bad Hersfeld – Hofmann fordert ein Moratorium (Aufschub) des Bauvorhabens, bis viele noch offene Fragen geklärt sind. „Die Planer machen es sich zu einfach“, sagt Hofmann und kritisiert, dass mögliche Alternativen zur bisherigen Verkehrsführung über die Brücke nicht ausreichend geprüft wurden.

Ziel müsse es sein, den Verkehr aus der Innenstadt herauszuhalten. „Beim Hessentag haben wir gezeigt, dass das funktioniert“, sagt Hofmann.

Derzeit läuft die Offenlegung der Unterlagen im Zuge der Planfeststellung für den Ersatzbau. Alle Bürger können sich über das Bauvorhaben informieren. Ein Neubau der Hochbrücke wäre eine Mega-Baustelle, die alle Bürger und Pendler in Bad Hersfeld lange belasten würde. Rund 30 000 Fahrzeuge rollen derzeit täglich über die 1968 fertiggestellte, 280 Meter lange Brücke, die trotz mehrfacher Sanierungen grunderneuert werden muss. Fünf Jahre Bauzeit in zwei Abschnitten sind für die neue Überführung der B 342 über die Bahngleise vorgesehen. Die Kosten wurden von der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) als „Vorhabensträger“ bislang mit rund 45 Millionen Euro beziffert.

Hofmann befürchtet auch, dass die Abstimmung zwischen der Bahn AG, die die neue Schnellbahntrasse mit ICE-Halt in Bad Hersfeld plant, und der DEGES, die die Hochbrücke baut, nicht ausreiche, auch wenn bislang von einem „engen Kontakt“ die Rede gewesen sei. „Das Planungs- und Untersuchungsgebiet für ein Ersatzbauwerk der Hochbrücke Peterstor wurde allem Anschein nach von vorn herein auf die heutige Fläche des Bestandsbauwerks begrenzt“, sagt die Bürgermeisterkandidatin.

Hofmann verweist auf die Notwendigkeit, auch neuen Standards bei der Sicherheit, dem Emissions- und Lärmschutz Rechnung zu tragen. „Alle Varianten, die nicht dem Bestandsbauwerk der Hochbrücke entsprechen, wurden den Bürgern und der Politik nicht vorgestellt. Ein nahezu identisches Ersatzbauwerk kann nicht die Lösung sein.“ Sie selbst nennt allerdings auch keine Alternativen für eine andere Verkehrsführung von der Autobahn und über die Fulda.

Hofmann plädiert dafür, den stetig zunehmenden (Schwerlast-)Verkehr um die Stadt herumzuführen. Wie, das müssten Fachleute im Sinne der Stadt prüfen, bevor durch einen Neubau der alten Hochbrücke an selber Stelle „Fakten geschaffen werden, die „die Stadtstruktur und -entwicklung zumindest für die nächsten 100 Jahre dominieren werden“.

Eigentlich war ein Baubeginn zum Jahreswechsel 2023/2024 vorgesehen. Die Bauzeit sollte etwa fünf Jahre betragen. Ein Hochbrückenneubau würde mit der geplanten Erweiterung am Klinikum und den Vorbereitungen für den Neubau der Bahntrasse zusammenfallen. Schon jetzt warnen alle Beteiligten vor einem Verkehrschaos in Bad Hersfeld. (Kai A. Struthoff)

Auch interessant

Kommentare