Frauen aus Bad Hersfeld beteiligt

Gericht verhängt hohe Strafen für Körperverletzung

Abzeichen eines Gerichtsdieners mit einem Saal des Landgerichts Kassel im Hintergrund
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Vorm Schöffengericht Fritzlar mussten sich zwei Männer verantworten.

Wegen gefährlicher Körperverletzung hat das Schöffengericht in Fritzlar hohe Strafen gegen zwei Männer verhängt. Verwickelt waren auch zwei Frauen aus Bad Hersfeld.

Bad Hersfeld/Fritzlar - Ein 25-jähriger Tatbeteiligter bekam ein Jahr und fünf Monate ohne Bewährung, ein 28-Jähriger sechs Monate auf Bewährung. Der 28-Jährige muss 600 Euro an den Hospiz-Verein Fritzlar zahlen und wird einem Bewährungshelfer unterstellt. Der 25-Jährige sitzt wegen anderer Taten bereits in Haft. Die Männer stammen aus dem Schwalm-Eder-Kreis.

Gegen eine mitbeteiligte 19-jährige Frau, die jetzt in Bad Hersfeld lebt, wurde das Strafverfahren vorläufig eingestellt. Sie muss 60 Stunden gemeinnützige Arbeit nach Weisung der Jugendgerichtshilfe leisten.

Das Trio war gemeinsam angeklagt und ist befreundet mit einer 20-Jährigen aus Bad Hersfeld, die als Zeugin auftrat. Sie war nach eigenen Angaben von einem 22-Jährigen aus dem Schwalm-Eder-Kreis vergewaltigt worden, der in dem jüngsten Prozess als Geschädigter auftrat. Das Vergewaltigungs-Verfahren hatte die Staatsanwaltschaft im Vorjahr eingestellt.

Im jüngsten Fall lautete die Anklage auf gefährliche Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Diebstahl. Laut Staatsanwaltschaft hatten die beiden Männer und die Frau im April 2020 in Homberg die Wohnung des jetzt 22-Jährigen aufgesucht und den Geschädigten ans Fenster gelockt. Zwei der Angeklagten sollen sich versteckt haben und mit zwei weiteren Personen durch das geöffnete Fenster in die Wohnung eingedrungen sein.

Der 25-Jährige hatte dem Geschädigten – so die Anklage – einen Faustschlag gegen den Kopf versetzt. Der 28-Jährige soll ebenfalls auf ihn eingeschlagen und ihn an der Flucht gehindert haben. Die 19-Jährige soll ein Handy gestohlen haben, was sie allerdings bestritt. Die beiden Männer entschuldigten sich im Verlauf der Verhandlung. Die Tat sei aus einer „Mischung von Wut und Trunkenheit entstanden“, formulierte Richterin Brigitte Schornstein-Beyer während der Urteilsbegründung.

Während der Beweisaufnahme blieben viele Fragen offen. Die 19-Jährige sagte, man habe damals sehr viel Alkohol getrunken. „Ich habe nicht zugeschlagen“, beteuerte der 28-Jährige. Man sei zur Wohnung des 22-Jährigen gegangen, nachdem seine frühere Freundin gesagt habe, „der Schwarze hat mich vergewaltigt“, sagte der 25-jährige Bekannte. Er gab zu, den Mann in den Bauch geschlagen zu haben. Zum Betreten der Wohnung und zur Anklage bemerkte er: „Er hat uns alle reingelassen.“

Das bestätigte der Geschädigte. „Die beiden Mädchen“ seien schon vorher da gewesen und hätten gesagt: „Du hast vergewaltigt.“

Während der Zeugenbefragung gab es unterschiedliche Aussagen, die von früheren Angaben des Geschädigten abweichen. Ein Mitbewohner des Geschädigten sagte, er habe keine Schläge beobachtet. Dagegen sagte die 22-Jährige, die nach eigenen Angaben vorher vergewaltigt worden war: „Jeder hat jeden geschlagen.“

Der 28-jährige Arbeiter ist siebenmal wegen Betrugs vorbestraft, der 25-jährige Arbeitslose hat zwölf Vorstrafen. Die Staatsanwältin sagte zu der Tat vom April 2020, man habe den Vorfall nicht aufgeklärt: „Die Vergewaltigung war der Ursprung, aber nicht Gegenstand des Verfahrens.“

Manfred Schaake

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