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Im Kreis werden jetzt Integrationskurse mit Kinderbetreuung angeboten

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Von: Christine Zacharias

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Gut betreut, während die Eltern lernen: Die Organisation „Sprache und Bildung“ bietet jetzt auch Sprach- und Integrationskurse mit Kinderbetreuung an. Unser Bild zeigt drei der betreuten Kinder mit (von links) Daria Scheiger (Kinderbetreuerin), Ewa Dieth (Leitung Integrationskurse), Annabell Moser (Kinderbetreuerin, sitzend) und Lara Lentz (Geschäftsstellenleiterin).
Gut betreut, während die Eltern lernen: Die Organisation „Sprache und Bildung“ bietet jetzt auch Sprach- und Integrationskurse mit Kinderbetreuung an. Unser Bild zeigt drei der betreuten Kinder mit (von links) Daria Scheiger (Kinderbetreuerin), Ewa Dieth (Leitung Integrationskurse), Annabell Moser (Kinderbetreuerin, sitzend) und Lara Lentz (Geschäftsstellenleiterin). © Christine Zacharias

In Bad Hersfeld wird jetzt ein Integrationskurs angeboten, bei dem auch eine Kinderbetreuung möglich ist. Dies komme vor allem vielen ukrainischen Frauen zugute.

Bad Hersfeld – Sprache ist das zentrale Thema, wenn es um die Integration von Menschen geht, die neu in Deutschland sind. Für Mütter von kleinen Kindern war der Besuch von Sprach- und Integrationskursen bisher aber schwierig. Seit September gibt es nun in Bad Hersfeld einen Kurs mit Kinderbetreuung. Organisiert wird er von „Sprache und Bildung“, einer Gesellschaft, die an 22 Standorten in Hessen, Niedersachsen, Thüringen und Rheinland-Pfalz eine Vielfalt von Kursen, vor allem zur Sprachvermittlung, anbietet.

Drängend sei das Thema Kinderbetreuung vor allem für die vielen Frauen aus der Ukraine, die seit dem Beginn des Krieges im Februar nach Deutschland gekommen seien und gerne hier arbeiten möchten, erläutert Lara Lentz, Geschäftsstellenleiterin in Bad Hersfeld.

In Bad Hersfeld gebe es generell zu wenig Kinderbetreuungsplätze, hat Lentz festgestellt. Und die gingen dann vorrangig an Kinder von Eltern, die bereits berufstätig seien. Die Frauen, die aus der Ukraine oder aus anderen Kriegs- und Konfliktgebieten nach Deutschland geflohen sind, benötigen aber Sprachkenntnisse, um überhaupt eine Chance auf eine Arbeitsstelle zu haben.

„Das ist ein Teufelskreis: Ohne Spracherwerb keine Arbeit, ohne Arbeit kein Kita-Platz und ohne Kita-Platz ist weder der Sprachkurs noch eine Berufstätigkeit möglich“, sagt Ewa Dieth, die Leiterin der Integrationskurse.

Problem ist seit Jahren bekannt

Bekannt ist dieses Problem seit Jahren, nun hat sich „Spache und Bildung“ dazu entschlossen, parallel zu den Integrationskursen auch eine Kinderbetreuung anzubieten, um auch Müttern mit kleinen Kindern den Besuch der Kurse zu ermöglichen.

All das sei in enger Absprache mit dem Jugendamt geschehen, sowohl bei der Raumausstattung als auch bei der Auswahl des Personals, erklärt Lara Lentz. Bis zu acht Kinder können jetzt von zwei Mitarbeiterinnen betreut werden, die berufsbegleitend eine Fortbildung für Kindertagespflege absolvieren.

Annabell Moser und Daria Scheiger sind als Tagesmütter, oder wie es korrekt heißt, Tagespflegepersonen, tätig. So sei es möglich, Kinderbetreuung anzubieten, ohne alle Auflagen für eine Kindertagesstätte erfüllen zu müssen.

Für die Kinder gibt es einen großen Raum mit einer Fülle von Spiel- und Bastelmaterialien. Gesprochen wird grundsätzlich deutsch, eine der Betreuerinnen könne aber auch russisch sprechen, das sei hilfreich, wenn es doch einmal Probleme gebe. Bis jetzt laufe die Kinderbetreuung aber sehr harmonisch, freut sich auch Ewa Dieth.

Diese Kurse dauern sechs bis sieben Monate und vermitteln nicht nur Grundkenntnisse der deutschen Sprache, sondern auch vielfältige Informationen über den Alltag und die Gepflogenheiten in Deutschland. Das Projekt läuft zunächst bis Ende 2023, erklärt Lara Lentz. Dann werde man weiter sehen. (Christine Zacharias)

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