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Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind die Immobilienpreise noch stabil

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Symbolbild Geld
Symbolbild Geld © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

Eine Umfrage bei Immobilienexperten der Region hat ergeben, dass die Preise für Häuser im Landkreis Hersfeld-Rotenburg entgegen dem bundesweiten Trend noch stabil sind.

Hersfeld-Rotenburg – Die steigenden Bauzinsen, Inflation, Energiekrise und die Unsicherheit durch den Ukrainekrieg lassen nach Jahren des Booms erstmals bundesweit die Immobilienpreise sinken. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind die Preise für Häuser aber noch stabil, hat eine Umfrage unserer Zeitung bei der VR-Immobilien & Service GmbH und der Immobilienabteilung der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg ergeben.

Viele potenzielle Häuslebauer würden derzeit lieber Bestandsimmobilien kaufen und so die Preise hochhalten, erklärt Wolfgang Kurth von der Sparkasse. „Insgesamt lässt die Nachfrage aber nach, da durch die gestiegenen Zinsen die Finanzierung für Bauwillige deutlich anspruchsvoller wird.“

Der Krieg in der Ukraine beeinträchtige den heimischen Immobilienmarkt bislang nur indirekt. Jedoch seien Auswirkungen wie höhere Energiepreise spürbar, sagt Christian Retzer vom VR-Immobilien-Service. „Wir gehen davon aus, dass das Thema Mietnebenkosten und energetische Sanierung bei der Auswahl von Immobilien – sowohl im Verkauf als auch in der Vermietung – eine immer größere Rolle einnehmen wird.“

Die steigende Inflation wirke sich direkt durch eine sinkende Kaufkraft aus, was Handel und Gastronomie bereits spürten. Immobilien seien hingegen inflationssicher, so Retzer, weshalb man derzeit von stabilen Preisen im Kreis ausgehe. Dennoch sinke die Nachfrage nach Neubauten und Bestandsimmobilien.

Das bestätigt auch Wolfgang Kurth von der Sparkasse: „Aktuell übersteigt die Nachfrage noch das Angebot“, allerdings nehme die Zahl der Käufer kontinuierlich ab. Die Nachfrage sinke, weil „die Finanzierung bei den aktuell noch hohen Immobilienpreisen nicht mehr darstellbar ist“, sagt Kurth. Die Sparkasse habe in den vergangenen zwölf Monaten rund 50 Häuser verkauft.

Nach Angaben der VR-Immobilienexperten lagen die beurkundeten Kaufpreise im Kreis im vergangenen Jahr bei rund 1 250 Euro pro Quadratmeter, was pro Objekt etwa 200 000 Euro entspreche, berichtet Christian Retzer.

Nachdem lange Zeit Menschen vor allem in den größeren Städten leben wollten, sind nun Immobilien in allen Kommunen gefragt, sagen die Bank-Fachleute. „Viele Menschen wollen von den Großstädten zurück in die ländlichere und ruhigere Gegend. Die ältere Generation zieht es eher in die Städte des Landkreises“, hat VR-Fachmann Retzer beobachtet.

Die beiden großen Banken im Kreis registrieren einen erheblichen Rückgang bei den Neubauprojekten. Fehlendes Material, die schwierige Kostenkalkulation, fehlende Fördermittel und die gestiegenen Bauzinsen, nennt Wolfgang Kurth dafür als Gründe. „Wir haben einige Kundinnen und Kunden, die ihr bereits geplantes Projekt verschieben oder aufgeben.“ Ähnliche Beobachtungen habe man auch beim VR-Immobilienservice gemacht, bestätigt Christian Retzer. (Kai A. Struthoff)

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