Handball

Konzept für Ober- und Landesligen: Heimische Handballer bald wieder im Einsatz?

Ende Oktober soll die Serie im Handball wieder losgehen. Das Bild zeigt eine Szene aus dem Landesligaderby der Männer zwischen dem TV Hersfeld und der TG Rotenburg, links Philipp Koch.
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Ende Oktober soll die Serie im Handball wieder losgehen. Das Bild zeigt eine Szene aus dem Landesligaderby der Männer zwischen dem TV Hersfeld und der TG Rotenburg, links Philipp Koch.

Die Tage ohne heimischen Handball sind gezählt. Vorausgesetzt, dass die Inzidenzen weiter nach unten gehen, wird der Amateurhandball im Oktober wieder auf die Platte gehen.

Hersfeld - Rotenburg – So sehen es zumindest die Pläne des hessischen Verbandes vor. In Telefonkonferenzen mit den Verantwortlichen der Vereine hat man die Pläne vorgestellt, und da es nur aus einer Richtung Widerspruch gab, will man wie geplant starten.

So soll der Amateurhandball in den Ober- und Landesligen am letzten Oktoberwochenende den Spielbetrieb aufnehmen. Die Oberliga der Männer und Frauen wird in den zwei Gruppen (Nord und Süd) spielen. „Eingeteilt werden soll nach regionalen Gesichtspunkten“, sagen die Klassenleiter Kathrin Goetzki und Manfred Leber unisono. Vor allem auch, um den finanziell ohnehin schon gebeutelten Vereinen allzu weite Fahrten zu ersparen. Nach Abschluss der Gruppenspiele wird es jeweils eine Auf- und eine Abstiegsrunde geben.

In den jeweiligen Landesligen sieht es genauso aus. Einzige Ausnahme ist die Landesliga Nord der Frauen. Da es in dieser nur zehn Mannschaft gibt, wird eine normale Runde gespielt.

Christian Weiß, TV Hersfeld

Aus der Stimme von Christian Weiß, Trainer des Handball-Landesligisten TV Hersfeld, klingt hörbar Erleichterung, als er auf die Pläne des Verbandes angesprochen wird: „Wir haben endlich wieder eine Perspektive und hoffen, dass es bald wieder losgehen kann.“ In erster Linie geht es ihm weniger um die Spielpläne oder die Auf- und Abstiegsrunden, sondern mehr darum, dass die Akteure endlich wieder einen Ball in den Händen halten können. Sobald es möglich ist, will er das erste Training abhalten, auch wenn es draußen im Jahnpark sein sollte. „Ich kann nach so einer langen Pause überhaupt nicht einschätzen, was das heißt. Ein Großteil der Mannschaft hat sich Wochen oder sogar Monate lang nicht gesehen“, erzählt der Coach. Training habe es in ganz kleinen Gruppen gegeben, es gab auch „Hausaufgaben“ in Form von Kraftübungen. „Einige sind auch oft gelaufen, um überhaupt die Form zu halten.“

Robert Nolte, TG Rotenburg

Auch Robert Nolte , Trainer der Rotenburger Landesliga-Handballer, steht den Plänen überwiegend postitiv gegenüber. „Wir freuen uns, dass ein Signal gekommen ist. Grundsätzlich begrüße ich die Entscheidung. Natürlich hätten wir uns gefreut, eine normale Runde zu spielen, aber wenn die Liga - wegen der Umstände - geteilt werden muss, dann nehmen wir das so mit. Ich bin ein Freund davon, etwas Neues auszuprobieren. Diese Einteilung kann sehr spannend und auch interessant werden“, sagt Nolte. Sein Wunsch ist es, dann auch wieder vor Publikum spielen zu können, sollte es die Lage zulassen. „Geisterspiele sind schrecklich, das ist eine ganz schlimme Vorstellung.“

Unklar ist indes auch noch die Aufteilung der beiden Gruppen, die der Verband regional einteilen will. „Das wäre für uns besser, aber dann könnten wir die Derbys gegen den TV Hersfeld verlieren“, bedauert der TGR-Coach. Man könne nur abwarten, wo die Grenze letzten Endes gezogen wird. Bei einer Sache ist man sich im Rotenburger Lager aber schon jetzt einig: „Wir sind alle heiß darauf, dass es wieder los geht“, betont Nolte.

Sabine Teichmann hat die Videkonferenz des Verbandes in der vergangenen Woche beobachten können. „Ich finde die Pläne gut. Der Verband hat sich echt Gedanken gemacht.“ Dass es in der Nordgruppe der Frauen-Landesliga keine Aufteilung gegeben hat, findet die Trainerin der Frauenmannschaft des TV Hersfeld sei nicht schlimm. „Wir sind dann im normalen Saisonrhythmus.“ Auch dass die ersten Spiele erst Ende Oktober terminiert sind, ist ganz im Sinne der Hersfelder Trainerin. „Nach so einer langen Pause kann man nur ganz langsam anfangen“, sagt sie. Schon in Kürze wollen die Hersfelderinnen mit dem ersten Training beginnen. Teichmann hat als ersten Termin für ein Treffen den 9. Juni ins Auge gefasst. Trainiert wird dann allerdings draußen.  fri/wz/ak

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