Wochenkolumne

Zwischen den Zeilen: Im rechten Licht

Nadine Meier-Maaz
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Nadine Meier-Maaz

In unserer Wochenkolumne “Zwischen den Zeilen“ geht es heute um die unzureichende Beleuchtung in der Galerie im Stift, stimmungsvollen Lichterglanz und die Festspiele als Glücksort.

An Ausstellungen mangelt es in Bad Hersfeld nicht. Einen großen Anteil daran hat freilich auch der Verein „sehreich“ mit einem engagierten – manchmal aber auch etwas überengagiertem – Friedhelm Fett an der Spitze. Auf Initiative des Vereins waren zuletzt Impressionen aus Kambodscha und Myanmar, Schnappschüsse aus Malmesbury sowie die Frühjahrsausstellung in der Wandelhalle zu sehen.

Im „anderen Sommer 2020“ hatte Fett als Kurator den Fotografen und Ex-Polizisten Arnold Odermatt in die Galerie im Stift geholt.

Nun lässt Fett jedoch kein gutes Haar an der Stadt und deren Kulturbeauftragten, denen er grob zusammengefasst mangelnde Professionalität, fehlendes Engagement und Respektlosigkeit den Künstlern gegenüber vorwirft. Da geht es um fehlende finanzielle Unterstützung, nicht nutzbare Präsentationssysteme sowie den desolaten Zustand der Beleuchtung in der Galerie im Stift – und ganz konkret um Gunter Rambow. Denn auch den Plakatgestalter, Fotografen und Grafikdesigner würde Fett als sein ehemaliger Student gerne nach Bad Hersfeld holen, was seitens der Stadt aber verhindert würde.

Für diese gilt indes gleiches Recht für alle. Alle Vereine und Künstler sollen regelmäßig die Gelegenheiten haben, die städtischen Räumlichkeiten nutzen zu können und sich dabei auf die gleichen Spielregeln verlassen können. Zudem werden für Ausstellungen Dritter ab 2022 grundsätzlich keine Sachkosten übernommen, heißt es, wobei der Etat ohnehin noch gar nicht beschlossen sei.

Mit einem hat Fett aber recht: Dass die Beleuchtung in der Galerie nicht optimal ist, ist bekannt und leider kein neues Problem. Ein erster Anlauf war bereits unternommen worden, wurde aber nie zu Ende geführt. Auf der Uhr habe man das Thema noch, versichert Sprecher Meik Ebert. Nun hänge es von den Haushaltsberatungen ab, ob und welche Mittel für eine neue Beleuchtung vorhanden sind, um dann hoffentlich im Frühjahr tätig werden zu können. Schön wäre eine „große Lösung“. Ist dafür kein Geld da, kann weiter nur peu à peu ersetzt werden, was kaputt geht – weshalb aktuell manche Leuchten warmweiß und andere kaltweiß strahlen. Der Haupt- und Finanzausschuss tagt Anfang Dezember.

In weihnachtliches Licht getaucht sind derweil der Stiftsbezirk und ein Großteil der Innenstadt. Der Hirsch, Sterne und mehr bringen Atmosphäre in das trübe Novembergrau, und bei der gut besuchten Eröffnung des 2G-Weihnachtsmarkts im Stift waren immer wieder lobende Worte für das stimmungsvolle Ambiente zu hören. Manch einer hätte am liebsten auch den Weihnachtsbaum vom Linggplatz weggeholt und ihn auf dem Weihnachtsmarkt platziert.

Dass einige Einzelhändler und Marktbeschicker mit dem neuen Standort hadern, wurde in der jüngsten Sitzung des Stadtmarketingvereins noch mal deutlich. Ihre Befürchtungen, dass die Menschen aus der Fußgängerzone „abgezogen“ werden oder von dort nicht den Weg zur Ruine auf sich nehmen, sind nachvollziehbar. Ob sie zutreffen, wird sich vielleicht in den kommenden Wochen zeigen.

Vielsprechend klingt auch der Spielplan für die 71. Festspiele, obgleich der eine oder andere ein neues Musical vermisst. Groß raus kommt das Festival unter dem Titel „Ein Riesentheater“ nun auch im kürzlich erschienenen Buch „Glücksorte in Nordhessen“ von Lothar Simmank. An Stelle 4 von 80 wird der „gigantische Spielort“, an dem sich mitunter Weltstars sehen ließen, in höchsten Tönen gelobt. Und wir haben ihn direkt vor der Haustür. Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, hat nun gleich zwei Tipps ... (Nadine Meier-Maaz)

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