Bewährungsstrafen

In der Tüte war nur Gras - zwei 24 Jahre alte Männer wegen Drogendeals vor Gericht in Bad Hersfeld

Grüne Marihuanapflanzen
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Grüne Marihuanapflanzen

Zu Bewährungsstrafen wegen Drogenhandels sind vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld zwei 24 Jahre alte Männer aus Bad Hersfeld und Hauneck verurteilt worden.

Bad Hersfeld – Den Hersfelder verdonnerte Richterin Christina Dern wegen des Besitzes und des Handels mit Marihuana zu einer 15-monatigen Freiheitsstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird.

Zudem bekommt der Verurteilte einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt und er muss 150 gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten sowie sechs Beratungsgespräche innerhalb der kommenden sechs Monate bei der Diakonie nachweisen.

Den Weg zur Drogenberatung hatte er bereits selbst eingeschlagen, um von den Drogen wegzukommen. Er wolle nun endlich einen seriöseren Lebenswandel führen, hatte er bei seiner Einlassung zu den Vorwürfen geschildert.

Das Gericht sah es überdies als erwiesen an, dass der Haunecker, der im Gegensatz zu seinem Freund einen lukrativen Montagejob hatte, für 670 Euro im Monat eine Wohnung in Bad Hersfeld angemietet hatte, damit sein Kumpel dort seinen Drogengeschäften nachgehen konnte.

Die Mär vom Eigenkonsum beim Chillen und Abhängen, kaufte das Gericht den beiden 24-Jährigen nicht ab. Zu viel deutete bei einer Hausdurchsuchung darauf hin, dass der Hersfelder in der Wohnung tatsächlich Drogen für den Verkauf verpackt hatte.

Dem Haunecker wurde vom Gericht nur Beihilfe vorgeworfen. So sollte er im Auftrag seines Kumpels 150 Gramm Marihuana für 1500 Euro an eine „Kundin“ verkaufen. Da der Hersfelder jedoch nicht genügend „Gras“ zur Verfügung hatte, wurde der Frau nur eine Mischung aus Heu, Stängeln und Blüten angedreht. Dem Haunecker, der das Geschäft über die Bühne brachte, war dabei bekannt, dass er nur „Schrott“ weiterreichte. Auch wenn in diesem Einzelfall tatsächlich keine Drogen veräußert wurden, behandelte das Gericht diese Tatsache so, als wäre Marihuana über den Tisch gegangen.

Die bei diesem Verkauf erlösten 1500 Euro wurden vom Gericht ebenso einbehalten wie 2825 Euro, die bei der Wohnungsdurchsuchung in einer Gürteltasche des Hersfelders entdeckt worden waren.

Der 24-Jahre alte Haunecker wurde zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt – ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Auch er bekommt einen Bewährungshelfer an seine Seite gestellt. 100 Stunden gemeinnützige Arbeit kommen hinzu. Da er nach eigenen Worten nun schon seit einem halben Jahr kein Marihuana mehr konsumiere, ordnete das Gericht für die kommenden drei Monate drei unangekündigte Urinkontrollen an, die diese Angaben bekräftigen sollen.

Sämtliche Auflagen müssen von den beiden Verurteilten erfüllt werden, da sonst die Bewährung widerrufen werde, verdeutlichte Richterin Dern.

Staatsanwältin Tanja Gerbig hatte weitaus härtere Strafen gefordert: 2 Jahre und zehn Monate für den Hersfelder sowie 16 Monate auf Bewährung und 120 Arbeitsstunden für den Haunecker wegen Beihilfe.

Rechtsanwalt Jochen Kreissl, der den Haupttäter vertrat, hatte eine angemessene Bestrafung gefordert. Jedoch nicht in der Weise, dass sein Mandant hinter Schloss und Riegel komme.

Rechtsanwältin Daniela Morbach, Verteidigerin des Hauneckers, hatte für ihren Klienten eine geringe Geldstrafe als ausreichend empfunden. (Mario Reymond)

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