Bad Hersfelder Festspiele

Intendant suchte Kleindarsteller: Kein Zauberer für Wedel

Trommeln und Bauchtanz: Silas Elijah Blüm und Charlene Bluhm (vorne) zeigten am Samstag beim Festspiel-Casting ihr Können. Intendant Dieter Wedel und der künstlerische Leiter Jörn Hinkel (sitzend, von links) suchten am Samstag Kleindarsteller für die kommende Saison. Fotos: Rössing

Bad Hersfeld. Dieter Wedel ruft zum Casting – und die Menschen folgen. Etwa 50 Tänzer, Schauspieler, Sänger und Musikanten sind am Samstag zum offenen Casting in der Stadthalle gekommen . Der neue Intendant sucht „Kleindarsteller“, also Statisten für kleinere Rollen ohne Text für die Bad Hersfelder Festspiele.

Dabei reisten die Menschen mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen und Träumen an: Der 34-jährige Daniel Komma aus Gießen hat im Radio von dem Vorsprechen erfahren. Er hat in Berlin Schauspiel studiert und hofft nun, das Treffen mit Wedel nutzen zu können, um sich für eine „richtige“ Rolle zu bewerben. „Einfach überraschen lassen“ von dem Casting wollen sich Maik Eckhardt und Kristin Heil. Sie absolvieren beide eine Ausbildung an der Schauspielschule in Kassel.

Doch auch einige Laien sind angetreten, um sich vorzustellen. Da sind Menschen, die schon seit Jahren als Statisten dabei sind. Auch sie bewerben sich dieses Jahr aufs Neue. Ob alle eine Rolle in einem der Stücke bekommen, ist noch ungewiss. Am Samstag wurden zunächst einmal die Daten der Bewerber aufgenommen – Name, Alter, Beruf und besondere Fähigkeiten.

Die Anwärter wurden außerdem mit ihrem Namensschild fotografiert, als Gedächtnisstütze für Wedel, der zugibt, eine Namensschwäche zu haben.

Heiße Angelegenheit: Ute und Joachim Obertrifter aus Hofbieber spucken Feuer, schlucken Feuer und machen Kunststücke.

„Die Kleindarsteller bilden das Rückgrat der Produktion“, sagt der neue Intendant. „Sie müssen sich aber auch auf lange Wartezeiten bei den Proben einstellen.“ Diese dauern laut Wedel auch schon mal bis zu 14 Stunden. Dafür würden die Darsteller viel über das Theater erfahren und lernen. Nicht wenige kämen deswegen jedes Jahr wieder.

Wedel erklärt, dass er für die Festspiele Darsteller aller Altersklassen sucht. Da auch Zirkussituationen geplant seien, werde vermehrt nach Artisten und Turnern Ausschau gehalten. Auch nach einem Zauberer fragte Wedel explizit, unter den Anwesenden befand sich jedoch keiner. Zusammen mit Jörn Hinkel, dem künstlerischen Leiter der Festspielproduktion, will Wedel nun in Kürze die Kleindarsteller aussuchen und auf die Stücke verteilen. Einzelgespräche mit den Erwählten führt er dann Anfang des kommenden Jahres.

Gesang und Tanz

Trotzdem durften am Samstag einige Bewerber schon etwas vorführen. Als erstes traute sich der Schüler Silas Elijah Blüm mit seiner Gesangsinterpretation zu „Kling Glöckchen“. Den Takt trommelte er dazu selbst. Die 20-jährige Charlene Bluhm zeigte ihr Bauchtanz-Können. Silas trommelte, Charlene tanzte und begeisterte damit Dieter Wedel. Zwei 13-jährige Mädchen aus Bad Hersfeld, Paula Dicker und Paula Deiß, führten Ballett- und Tanzschritte, Spagate, Räder und Kick-Sprünge vor. Zum Schluss durften noch die zwei Feuerspucker, Ute und Joachim Obertrifter aus Hofbieber, vor der Stadthalle eine Kostprobe ihres Könnens zeigen.

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