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Interview im Riesenrad mit Rotenburgs Bürgermeister Grunwald

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Von: Daniel Göbel

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Sieht das Lullus-Fest nach dem Rotenburger Strandfest als das zweitschönste Volksfest im Kreis Hersfeld-Rotenburg: Der Rotenburger Bürgermeister Christian Grunwald.
Sieht das Lullus-Fest nach dem Rotenburger Strandfest als das zweitschönste Volksfest im Kreis Hersfeld-Rotenburg: Der Rotenburger Bürgermeister Christian Grunwald. © Daniel Göbel

In unserer Interview-Reihe „Eine Fahrt im Riesenrad mit ...“ sprach Daniel Göbel diesmal mit Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald (CDU). Im Gespräch verrät er, wie das Lullusfest aus der Sicht des Rotenburger Kreisteils wahrgenommen wird.

Herr Grunwald, wird man als Rotenburger nicht ein wenig neidisch, wenn man solch ein Fest in einer Nachbarstadt erlebt?

Nein. Unser Vorteil ist das Strandfest. Da beneiden uns wiederum andere drum. Deswegen bin ich auch sehr entspannt, was das betrifft.

Wie blickt man denn überhaupt als Rotenburger auf Lolls. Welche Bedeutung hat das Fest für Sie?

Ganz objektiv: Es ist das zweitschönste Heimatfest im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Das Lullusfest ist natürlich von einer ganz besonderen Atmosphäre geprägt. Das kann man selbst als Rotenburger so sagen und anerkennen.

Hat denn das Lullusfest Vorbildcharakter? Kann man sich hier eventuell etwas abschauen?

Ich denke, was das Strandfest in Rotenburg und das Lullusfest in Bad Hersfeld miteinander verbindet, ist die Identifikation mit der Heimat und das Feiern des eigenen Heimatbewusstseins und des Gemeinschaftssinns. Diese Verbindung ist aus meiner Sicht eher das Entscheidende. Es geht mehr um die Freude, jetzt mal wieder feiern zu können, und weniger darum, dass man es hier oder da besser sehen würde.

Ist es mit Hinblick auf die andauernde Pandemie nicht noch etwas zu früh für Volksfeste in dieser Größenordnung?

Man merkt aktuell bei vielen Festivitäten, die jetzt wieder stattfinden können, dass man einen Spagat finden muss zwischen Gesundheitsschutz auf der einen, und der Pflege von Gemeinschaft auf der anderen Seite. Würde das nicht stattfinden, würden sich über kurz oder lang noch ganz andere Probleme ergeben, die wir weder im Sport noch innerhalb der Gesellschaft lösen könnten. Deswegen finde ich es aus meiner Sicht völlig in Ordnung, dass diejenigen, die sich wohlfühlen, diesen Gemeinschaftssinn jetzt feiern wollen und können.

Krieg in der Ukraine, steigende Energiekosten, hohe Inflation: Es gibt ja aktuell noch weitere Krisen. Ist es in solchen Zeiten grundsätzlich überhaupt angebracht, zu feiern?

Es gibt immer die Möglichkeit, einen „Whataboutismus“ zu konstruieren, also der eigentlichen Frage durch eine Gegenfrage oder einem Themenwechsel auszuweichen, bestimmte Dinge miteinander in Relation zu setzen. Ich bin der Meinung, man kann das eine tun, ohne das andere dabei aus den Augen zu verlieren. Dementsprechend muss man kein schlechtes Gewissen haben, in diesen Zeiten zu feiern. Denn das gehört nun einmal zum Leben dazu.

Wir befinden uns im Riesenrad. Als Sportkreisvorsitzender müssten Sie doch eigentlich auch selbst Räder schlagen können, oder?

Leidlich (lacht). Das können meine Töchter mittlerweile vermutlich besser, als ich es jetzt noch kann.

Begeistert Sie eigentlich die Volksfeststimmung? Wäre Schausteller eine Alternative, wenn Sie irgendwann mal nicht mehr Bürgermeister sein wollen?

Normalerweise ist der kürzeste Weg vom Politikbetrieb der Weg in die Schießbude. Das könnte ich mir nach meinem Bürgermeisteramt sehr gut vorstellen (lacht).

Zur Person

Christian Grunwald (45) wurde in Bad Hersfeld geboren und wuchs in Rotenburg auf. Er ist studierter Diplom-Verwaltungswirt. Er arbeitete im Kasseler Sozialamt und bei der Kreisverwaltung Hersfeld-Rotenburg, bevor er 2011 zum Bürgermeister von Rotenburg gewählt und 2017 im Amt bestätigt wurde. Grunwald ist auch seit 2018 Vorsitzender des Sportkreises Hersfeld-Rotenburg. Mit seiner Frau Jenny und seinen drei Kindern (19, 17 und 10 Jahre alt) lebt er im Rotenburger Stadtteil Lispenhausen. Zu seinen Hobbys zählen Hockeyspielen und Fußball.  (dag/czi)

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