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„Ich stecke Kopf jetzt nicht in den Sand“

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Enttäuschte Gesichter: Karsten Vollmar, mit seiner Ehefrau und Stadtverordnetenvorsteher Lothar Seitz.
Enttäuschte Gesichter: Karsten Vollmar, hier mit seiner Ehefrau und Stadtverordnetenvorsteher Lothar Seitz (rechts). © Kai A. Struthoff

Bad Hersfeld – Mit dem Wahlverlierer, Karsten Vollmar von der SPD, sprach am Wahlabend Kai A. Struthoff.

Herr Vollmar, auch im zweiten Anlauf hat es nicht gereicht, um Bürgermeister zu werden. Woran hat es gelegen?

Ich habe einen intensiven und inhaltsbezogenen Wahlkampf geführt, auch in den letzten sechs Jahren habe ich mich engagiert, Akzente gesetzt und bin gegen den Stillstand in dieser Stadt angetreten. Aber ich bin Demokrat, dazu gehört es auch zu verlieren. Natürlich ist das enttäuschend und ich hätte es mir anders gewünscht. Ich gratuliere Frau Hofmann herzlich und wünsche ihr viel Erfolg und Kraft.

Ziehen Sie persönliche Konsequenzen aus der Wahlniederlage oder nehmen Sie das Angebot zur Zusammenarbeit im Stadtparlament von Frau Hofmann an?

Ich habe immer alle Angebote zur parlamentarischen Zusammenarbeit angenommen. Meine persönliche politische Zukunft ist zunächst zweitrangig. Wir hatten 2021 Kommunalwahlen, dieses Ergebnis und auch die vielen Wähler bei den jetzigen Wahlen sind für mich zunächst auch Verpflichtung und ich gehöre nicht zu denjenigen, die den Kopf in den Sand stecken. Aber es gilt auch: Die SPD hat eigene Inhalte und Programmpunkte, diese werden wir natürlich verfolgen.

Anke Hofmann hatte mit Gunter Grimm und Günther Exner zwei prominente Unterstützer aus CDU-Kreisen. War das am Ende wahlentscheidend?

Ich denke, die Frage warum der Erste Stadtrat Grimm und ein weiterer CDU-Stadtrat Frau Hofmann so intensiv unterstützt haben – selbst als der eigene CDU-Kandidat noch im Rennen war –, die müssen die beiden CDU-Vorsitzenden Jan Saal und Jonas Seitz beantworten. Auf deren Antwort bin auch ich gespannt.

Die Wahlbeteiligung war diesmal noch niedriger als im ersten Wahlgang. Das schwächt jedes Mandat?

Das ist enttäuschend und auch für alle, die Wahlkampf machen, ein Schlag ins Gesicht. Das muss man so deutlich sagen. Keiner von denen, die heute zuhause geblieben sind, hat moralisch das Recht, sich negativ über Stadtpolitik zu äußern. Demokratie lebt vom Engagement und eigentlich macht das auch deutlich, dass Direktwahlen auf dieser Ebene deutlich infrage gestellt werden müssen.

Frau Hofmann hat nach der Wahl den fairen Wahlkampf gelobt. Sehen Sie das auch so?

Was Frau Hofmann angeht, auf alle Fälle. Für einige Kommentierungen in den sozialen Netzwerken gilt das leider nicht.

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