Jessica Braunholz’ Baby Naomi kam im Auto zur Welt

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Können jetzt über die unverhoffte Parkplatz-Geburt lachen: Helferin Jana Escher aus Schenklengsfeld, Mutter Jessica Braunholz und Oma Daniela Rehn aus Bebra (von links) mit Baby Naomi.

Bad Hersfeld. Ganz ruhig und zufrieden liegt die vier Wochen alte Naomi im Arm von Jana Escher. Mama Jessica Braunholz kann auch schon wieder lächeln.

Denn ganz so entspannt verlief die Geburt der Kleinen nicht.

Das Frühchen kam am 19. Juli noch im Auto vor dem Haupteingang des Klinikums in Bad Hersfeld zur Welt. Als unfreiwillige Hebamme sprang ihr Jana Escher bei, die im Klinikum als Putzfrau arbeitet und zu diesem Zeitpunkt eigentlich Raucherpause machen wollte. „Ich hatte mir gerade eine Zigarette angezündet, als ich plötzlich Schreie hörte“, berichtet die 61-Jährige aus Schenklengsfeld. Sie sei sofort losgelaufen und stellte schnell fest: „Da kriegt eine Frau ein Kind!“

Gemeinsam mit Jessica Braunholz’ Mutter Daniela Rehn half Escher der kleinen Naomi auf die Welt. „Ich wusste zunächst gar nicht, ob es ein Mädchen oder ein Junge war, alles ging so schnell“, so Escher. „Das war ein richtiges Abenteuer.“ Von den umstehenden Menschen hätten einige beschämt weggeschaut, andere gratulierten später. Mit einer Fleecejacke aus dem Auto wärmten Daniela Rehn und Jana Escher das kleine Bündel, bevor schließlich „von überall her Ärzte und Schwestern hinzukamen.“

„Ich war fix und fertig, mir haben richtig die Beine gezittert“, erinnert sich Escher an die bangen Minuten nach der Geburt. „Was ist, wenn ich etwas falsch gemacht habe?“ Ihre Schicht beendete die 61-Jährige an diesem Tag aber trotzdem noch.

Vier Kinder und acht Enkel hat die Schenklengsfelderin, „aber von vorne habe ich das auch noch nicht erlebt“, sagt sie lachend. Das Baby möchte sie beim Besuch in Bebra scheinbar gar nicht mehr aus der Hand geben.

„Da war es fast zu spät“ 

Zwar war schon die Schwangerschaft von Jessica Braunholz nicht ohne Probleme verlaufen, dass es dann plötzlich so schnell gehen würde, hätte die junge Mutter aber natürlich nicht gedacht. „Ich habe nach dem Aufstehen gemerkt, dass etwas nicht stimmt, aber da war es schon fast zu spät.“ Naomis Vater war ausgerechnet an diesem Tag nicht zu Hause. Die 22-Jährige rief ihre Mutter an, die nur wenige Straßen entfernt wohnt. „Als ich gesehen habe, dass schon Fruchtwasser ausgetreten war, habe ich das für mich behalten, um Jessica nicht noch nervöser zu machen“, gesteht sie.

Als die beiden Frauen am Klinikum vorfuhren, bahnte sich Naomis Köpfchen schon den Weg nach draußen - auf dem Beifahrersitz des roten Opel Astra. „Sturzgeburt im Auto“ steht nun im Mutterpass, sagt Braunholz. Zwei Wochen musste das Frühchen, das in der 35. Woche geboren wurde, noch im Klinikum bleiben, Mutter Jessica konnte das Krankenhaus nach drei Tagen verlassen.

Inzwischen können alle über die ungewöhnliche Geburt lachen. „Das ist doch eigentlich der Traum einer jeden Frau, wenn die Geburt nur eine halbe Stunde dauert“, scherzt Braunholz. Über die weitere Familienplanung macht sich die junge Frau nach diesem Schreck aber erst mal keine Gedanken.

Mit dem 19. Juli hat sich Naomi übrigens gar keinen schlechten Tag ausgesucht; denn auch ihre Mutter und ihr Onkel wurden an einem 19. im Sommer geboren.

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