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Festspiele: Jonas Hein ist neu im Musical „Goethe!“

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Von: Christine Zacharias

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Musical ist seine Leidenschaft: Jonas Hein übernimmt in „Goethe!“ die Rolle des Wilhelm Jerusalem und des Buchhändlers. Seit Montag probt er mit dem Ensemble.
Musical ist seine Leidenschaft: Jonas Hein übernimmt in „Goethe!“ die Rolle des Wilhelm Jerusalem und des Buchhändlers. Seit Montag probt er mit dem Ensemble. © Christine Zacharias

In der Wiederaufnahme „Goethe!“ übernimmt Jonas Hein die Rolle des Wilhelm Jerusalem. Wir stellen den Musical-Darsteller vor.

Bad Hersfeld – Von seinem Zuhause auf Zeit hat Jonas Hein noch nicht viel gesehen. Er übernimmt in der Wiederaufnahme des Musicals „Goethe!“ die Rolle des Goethe-Freundes Wilhelm Jerusalem und ist zurzeit so sehr in die Proben involviert, dass er nur zwischen seinem Quartier in Bad Hersfeld und der Stadthalle pendelt. Weder die Innenstadt noch die Stiftsruine hat er bisher gesehen.

Aber er hat schon gehört, dass es eine ganz besondere Verbindung zwischen den Bad Hersfeldern und den Festspielen gibt. „Das ist eine schöne Energie. Da fühle ich mich wohl“, sagt Jonas Hein. Sommertheater habe ohnehin einen besonderen Zauber, hat der Musical-Darsteller schon mehrfach erfahren und erzählt von Proben und Aufführungen in strömendem Regen und von Provisorien, mit denen sich die Mitwirkenden arrangieren mussten.

In eine bereits fertige Produktion einzusteigen und hier eine Rolle zu übernehmen, das ist für Hein nichts Neues. „Der Vorteil ist, dass alles schon klar ist und ich mich nur einfügen muss“, sagt Jonas Hein.

Er will erst einmal so viel wie möglich von dem übernehmen, was Thomas Hohler im vergangenen Jahr gemacht hat und dann, wenn er mit der tragischen Figur des Wilhelm vertraut ist, auch etwas Eigenes einbringen. Zur Vorbereitung hat er Videos der Produktion von 2021 gesehen.

Gil Mehmert war sein Mentor

Für einen Schauspieler sei es jedoch am schönsten, eine ganz neue Rolle zu übernehmen, am besten noch in einer Uraufführung, für die es noch keine Vorbilder gebe. Da könne man dann in kompletter Freiheit arbeiten, sagt Hein.

Jonas Hein weiß, wovon er spricht. Er sei seit Abschluss seines Studiums an der Folkwang-Universität in Essen sehr gut beschäftigt gewesen und habe sowohl im Festengagement als auch frei jede Menge Rollen an vielen verschiedenen Theatern gespielt.

Während des Studiums war übrigens Gil Mehmert sein Mentor. Doch es dauerte bis zum vergangenen Jahr, bis die beiden auch beruflich wieder miteinander zu tun hatten. „Jeder weiß, was der andere kann. Unser Verhältnis beruht auf Vertrauen“, sagt Hein.

Das Bedürfnis, in andere Rollen zu schlüpfen und sich über Musik auszudrücken hatte Jonas Hein schon als Kind, erzählt er. Er hat eine Theater AG gegründet und in der Schulband gespielt. Auch seinen Eltern sei schnell klar geworden, dass dieses Kind eine kreative Laufbahn wählen werde.

Dass er dann aber tatsächlich schon mit 16 Jahren an der Folkwang-Hochschule aufgenommen wurde, das sei so nicht absehbar gewesen. Beworben hat er sich übrigens mit einem Lied des Grafen Krolock aus „Tanz der Vampire“.

Die Rolle hat er dann später in Oberhausen tatsächlich gespielt. Die Musik dieses Musicals war es auch, die ihn grundsätzlich für das Musiktheater begeistert hat. Gesehen hat er sein erstes Musical dann aber erst während des Studiums.

„Spielen, ausprobieren, frei sein – das ist mir mehr wert als alles andere“, sagt Jonas Hein. Dafür nimmt er auch ein unstetes Leben, oft aus dem Koffer, mit häufigen Ortswechseln in Kauf. Seinen Lebensmittelpunkt hat er in Wuppertal. Dorthin ist er vor drei Jahren der Liebe wegen gezogen.

Zur Person

Jonas Hein wurde in Siegen geboren und ist, nach eigenen Worten, relativ ländlich aufgewachsen. Mit 16 Jahren begann er sein Studium an der Folkwang-Universität der Künste in Essen. 2007 gehörte er zu den Preisträgern des Bundeswettbewerbs Gesang in Berlin. 2012 nahm er an der Casting-Show „The Voice of Germany“ teil. Er spielte unter anderem an Theatern in Bozen, Hildesheim, Bielefeld, Meiningen, am Berliner Ensemble, in Aachen, Fürth und Nordhausen. (red/zac)

(Christine Zacharias)

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