Zehntausende Euro Schaden hinterlassen

Jugendschöffengericht verwarnt zwei inzwischen geläuterte Einbrecher

Das Amtsgericht in der Dudenstraße in Bad Hersfeld (Symbolbild).
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Das Amtsgericht in der Dudenstraße in Bad Hersfeld (Symbolbild).

Manchmal hilft die Zeit jugendlichen Kriminellen dabei, erwachsen und verantwortungsbewusst zu werden. Dann erhalten sie auch vor Gericht eine Chance.

Bad Hersfeld – Dass die Taten, wegen derer sich zwei junge Männer aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht verantworten mussten, schon mehrere Jahre her sind, kam ihnen zu Gute. Denn sie haben nach Auffassung aller Prozess-Beteiligten die Zeit genutzt, um noch „die Kurve zu kriegen“, wie es die vorsitzende Richterin Michaela Kilian-Bock ausdrückte.

Dabei seien die Vorwürfe durchaus „erheblich“, betonte sie. Die beiden voll umfänglich geständigen Angeklagten waren für die Richterin zudem keine Unbekannten.

Gemeinsam sind beide laut Anklage und Geständnis in der Nacht vom 18. auf den 19. November 2017 bei einer Bad Hersfelder Firma für Haustechnik eingebrochen, wo sie nicht nur diverse Werkzeuge stahlen, sondern auch noch versuchten, einen Tresor aufzubrechen, Bildschirme zerstörten und Kabel zogen. Außerdem wurden zwei Autos aufgebrochen. Allein den Sachschaden bezifferte Staatsanwältin Natalia Fuchs-Schäfer auf fast 12 000 Euro.

Darüber hinaus musste sich der mit heute 21 Jahren etwas ältere Angeklagte für einen Wohnungseinbruch im Februar 2018 verantworten, bei dem er und andere gesondert verfolgte Mittäter 700 Euro in bar und Schmuck im Wert von rund 7000 Euro erbeuteten. Der Sachschaden in diesem Fall betrug rund 3000 Euro. Ein Großteil des Schmucks bekam die Besitzerin später wieder zurück.

Weiterhin war der 21-Jährige bei einem Einbruch in die Ernst-van-Harnack-Schule im März 2018 dabei, wo mit rund 8000 Euro ebenfalls erheblicher Sachschaden angerichtet wurde. Gestohlen wurden unter anderem zwei Roller, 70 Euro Bargeld aus einem aufgebrochenen Tresor, Festplatten, Bankkarten und ein Schlüssel.

Dem 20-Jährigen wurde neben dem gemeinsamen Einbruch noch der Handel mit Betäubungsmitteln zur Last gelegt. Er fiel laut Anklage unter anderem im Sommer 2019 bei einer Polizeikontrolle auf sowie am Rande einer Kirmesveranstaltung, auf die er Drogen in der Unterhose geschmuggelt hatte.

In der Zwischenzeit haben sich die beiden jungen Männer aber offenbar nichts mehr zuschulden kommen lassen, beide absolvieren eine Ausbildung und gaben an, die Taten zu bereuen. Auch die Berichte der Jugendgerichtshilfe als Teil der Beweisaufnahme fielen positiv aus.

Der 21-Jährige wurde schließlich wegen gemeinschaftlichen Wohnungseinbruchdiebstahls in Tateinheit mit Sachbeschädigung sowie gemeinschaftlichen schweren Diebstahls mit Sachbeschädigung in zwei Fällen verurteilt. Der 20-Jährige hat sich ebenfalls wegen gemeinschaftlichen schweren Diebstahls mit Sachbeschädigung schuldig gemacht sowie des Handels mit Betäubungsmitteln in vier Fällen. Beide kamen mit einer Verwarnung und einer Gesprächsweisung über sechs Monate davon, sie müssen also Beratungsgespräche bei der Jugendgerichtshilfe wahrnehmen. Dass der 21-Jährige nicht wie von der Staatsanwältin beantragt auch noch zu einer Geldauflage verurteilt wurde, begründete die Richterin mit der Gleichbehandlung.

Das Urteil wurde sofort rechtskräftig. Sowohl die Angeklagten, ihre Verteidiger Artak Gaspar und Harald Karsten als auch die Staatsanwältin hatten keinerlei Einwände. (Nadine Maaz)

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