Kaum noch Zettelwirtschaft

Stadtmarketing und Gastronomen setzen auf die Luca-App

Nicht zu übersehen: Im Bad Hersfelder „Stern“ finden die Gäste den QR-Code der Luca-App in der Speisekarte. Unser Bild zeigt Lena Diehl, Restaurantfachfrau in Ausbildung.
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Nicht zu übersehen: Im Bad Hersfelder „Stern“ finden die Gäste den QR-Code der Luca-App in der Speisekarte. Unser Bild zeigt Lena Diehl, Restaurantfachfrau in Ausbildung.

Die erste Bilanz der Händler und Gastronomen im Kreis Hersfeld-Rotenburg für den Einsatz der Luca-App fällt positiv aus.

Hersfeld-Rotenburg – Im Einzelhandel wird sie dank der andauernden Inzidenz unter 50 im Kreis Hersfeld-Rotenburg nicht mehr benötigt, in der Gastronomie aber sehr wohl, und auch in Museen und anderen öffentlichen Einrichtungen wird sie nun genutzt: die Luca-App.

Für deren Einsatz hatten sich neben Landkreis, IHK und Kreishandwerkerschaft auch die Marketingverantwortlichen der drei Städte Bad Hersfeld, Rotenburg und Bebra gemeinsam stark gemacht, nachdem das Land Hessen die App gekauft und den Landkreisen zur Verfügung gestellt hatte.

Die erste Bilanz der von unserer Zeitung befragten Händler und Gastronomen fällt positiv aus. Ein Großteil nutzt die App für die Registrierung und Kontaktnachverfolgung zur Eindämmung der Corona-Pandemie, und auch von den meisten Kunden werde sie gut angenommen. „Wir wollen alles tun, um gut und sicher in die Festspielsaison zu starten“, sagt Matthias Glotz, Leiter des Fachbereichs Stadtmarketing in Bad Hersfeld. In den Bad Hersfelder Museen und in der Touristinfo soll Luca nun ebenfalls eingesetzt werden. „Viel einfacher als die Zettelwirtschaft“ ist die App auch für Hotelier und Gastronom Achim Kniese, der sie in seinen Häusern in der Kreisstadt überall dort einsetzt, wo es nötig und möglich ist.

„Unser Interesse ist, dass die Menschen wieder einkaufen gehen. Aber Corona ist noch nicht vorbei“, sagt Stefan Pruschwitz, Geschäftsführer des Stadtmarketings in Bebra. Einige hätten aber Bedenken wegen des Datenschutzes. Das erlebt auch Torben Schäfer, Geschäftsführer der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft in Rotenburg (MER). „Viele sind skeptisch und machen die Kontakterfassung weiterhin schriftlich“, sagt er.

Die App soll helfen, die Kommunikation zwischen Gesundheitsamt, Einzelpersonen, Gewerbetreibenden und Veranstaltern zu vereinfachen und Papierlisten ersetzen. Im Falle nachgewiesener Infektionen werden dem Gesundheitsamt die Kontakte potenziell Betroffener direkt übermittelt. „Im Kampf gegen das Virus zählt jeglicher Zeitvorteil“, hatte Landrat Dr. Michael Koch bei der Einführung gesagt. Auch im Landratsamt werde der Einsatz derzeit geprüft.

Nutzer hinterlegen ihre persönlichen Daten

Hinter der Luca-App stehen die Xenio GmbH sowie einige Kulturschaffende wie „Die Fantastischen Vier“. Die App soll als komplettes System die Nutzer, Betreiber, Veranstalter und Gesundheitsämter unterstützen. Die kostenfreie App gibt es für Android- und Apple-Geräte. Wer sich als Nutzer registriert, muss seine Kontaktdaten hinterlegen und kann danach über einen QR-Code ein- und auschecken. Kritik an der Sicherheit haben die Macher bisher zurückgewiesen. luca-app.de

(Natascha Terjung/Nadine Maaz)

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