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Keine Einladung zur Einweihung: Politiker der Stadt Bad Hersfeld sind verärgert

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Gut gemeintes Eigentor: Die überraschende Freigabe des neuen Kunstrasenplatzes sorgt für Unmut.
Gut gemeintes Eigentor: Die überraschende Freigabe des neuen Kunstrasenplatzes sorgt für Unmut. © Laura Hellwig

Zur Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes an der Oberau sind die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung nicht eingeladen gewesen. Darüber äußern sie jetzt öffentlich ihren Unmut.

Bad Hersfeld – Eine an sich gute Mannschaftsleistung wird zum Eigentor in der Stadtpolitik: Wie berichtet war am Freitag der Kunstrasenplatz im Stadion an der Oberau in Bad Hersfeld eröffnet worden.

Rund drei Jahre hatte die Umsetzung des Hessentags-Projekts gedauert und für einige Diskussionen über die Notwendigkeit der Anlage in der Stadtpolitik gesorgt.

Umso irritierter zeigten sich nun vor allem die Befürworter des Projekts, dass sie selbst nicht eingeladen waren, als die ersten Bälle rollten.

FDP: „Fauxpas par excellence“

Als „Fauxpas par excellence“ bezeichnet der FDP-Stadtverordnete Rolf Malachowski die Nicht-Einladung durch die Stadtverwaltung. Die Mandatsträger seinen „ nicht nur dazu da, die Hand zu heben, wenn Geld benötigt wird.“

Zumindest die Fraktionsvorsitzenden der Parteien hätten eingeladen werden müssen, meint Malachowski, langjähriger Vorsitzender der Sportgemeinde Hessen Hersfeld, der sich zuletzt als Stadtverordneter stark für den Kunstrasenplatz im städtischen Stadion Oberau eingesetzt hatte. „Ich war immer und bin auch noch der Meinung, dass ein solcher Platz einfach in diese als Aushängeschild zu sehende Sportanlage hineingehört“, erklärt Malachowski.

Die Grünen: „Wäre auch gerne bei Einweihung dabei gewesen“

Auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Andrea Zietz, schreibt bei Facebook: „Nachdem wir uns politisch einiges dafür anhören durften und gehörig für den Platz kämpfen mussten, wäre ich auch gerne bei der ‘Einweihung’ dabei gewesen“.

Für sie gehöre es dazu, dass bei einer Platz-Einweihung auch gespielt werde. „Da hätte man mit den Jugendmannschaften sicher ein kleines Turnier machen können als würdige Erstnutzung. Schade“, so Zietz bei Facebook.

FWG: „einfach nur schlechter Stil“

Die FWG-Fraktion zeigt sich „völlig irritiert und gleichermaßen verärgert“, dass der Kunstrasenplatz durch die Verwaltung „quasi heimlich, still und leise, ohne jegliche Beteiligung der Stadtpolitik eingeweiht wurde.“

Dies sei „einfach nur schlechter Stil im Umgang mit den ehrenamtlichen Kommunalpolitikern und lässt fehlende Wertschätzung für die geleistete Arbeit sowie gegenüber den Stadtverordneten im Allgemeinen vermuten“, schimpft die FWG.

Das sagt die Stadtverwaltung

Auf Anfrage der Hersfelder Zeitung zeigt Meik Ebert, Sprecher der Stadtverwaltung, Verständnis für den geballten Unmut der Mandatsträger. Allerdings habe man den Platz möglichst schnell für den Spielbetrieb des Jugendfördervereins freigeben wollen, weshalb der Termin am vergangenen Freitag kurzfristig anberaumt wurde, „damit die Jugendlichen schnell mit dem Training beginnen können“, sagt Ebert.

Ein offizieller Termin zur Einweihung soll am 5. Juli im Rahmen der nächsten Sitzung des Sport- und Sozialausschusses vor Ort stattfinden, zu dem dann auch alle Mandatsträger eingeladen werden, versichert Ebert.

(Kai A. Struthoff)

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