Für den Lieferverkehr

Pilotprojekt: Kennzeichen an Zufahrt zur Bad Hersfelder Fußgängerzone werden erfasst

+
Achtung, Kontrolle: Die am Gebäude der Stadtkasse angebrachten Geräte (links im Bild) erfassen die Kennzeichen von vorbeifahrenden Autos. So könnte künftig die Genehmigung von in die Fußgängerzone fahrenden Autos geprüft werden.

Bad Hersfeld. In einem Pilotprojekt soll eine automatische Kennzeichenerfassung für den Lieferverkehr in der Bad Hersfelder Fußgängerzone getestet werden. 

Manch einer hat die Geräte am Gebäude der Stadtkasse sicher schon wahrgenommen: An der Einfahrt von der Unteren Frauenstraße zwischen Rathaus und Stadtkirche am Kirchplatz wird in Kürze ihm Rahmen eines städtischen Pilotprojekts eine automatische Kennzeichenerkundung erprobt. Darauf weist die Stadt in einer Pressemitteilung und in ihrem Newsletter hin.

Zwei kameraähnliche Geräte hängen bereits, ein drittes wird in Kürze installiert, erläutert Stadtsprecher Meik Ebert. Hintergrund des Versuchs: Im Januar wurden im Bereich der gesamten Fußgängerzone die allgemeinen Zeiten für das Be- und Entladen verkürzt. 

Ohne besondere Durchfahrtgenehmigung darf man demnach von 6 bis 10 Uhr und von 18 bis 21 Uhr für Lieferzwecke in die Innenstadt einfahren. Nun hätten die Kontrollen durch das städtische Personal der Ordnungsbehörde gezeigt, dass sich nicht alle Lieferanten an diese neuen Zeiten halten und „munter fahren, wann sie wollen“, heißt es.

Die besagten Geräte sollen nun zeigen, ob eine Kontrolle mithilfe von neuen Technologien vorgenommen werden könnte. Bei allen einfahrenden Fahrzeugen wird das Kennzeichen erfasst und mit den Zufahrtsberechtigten abgeglichen. 

Genehmigungen für besondere Fahrzeuge 

Diese „Whitelist“ enthält Fahrzeuge, für die ganztägige Durchfahrtsgenehmigungen bestehen – zum Beispiel städtische Reinigungsfahrzeuge, Kraftfahrzeuge von Firmen und Anliegern, die eine Garage oder Parkplätze in der Fußgängerzone haben, Ausnahmegenehmigungen für Handwerker bei Baustellen und Umzügen und andere mehr.

Zunächst soll vor allem die korrekte Funktionsweise der Geräte von mehreren Anbietern getestet werden. An der Erprobung sind die drei Firmen beteiligt, weshalb es auch drei Geräte gibt: die Vitronic Dr. Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH, die Jenoptik AG und die Urban Lighting Innovations GmbH.

Bis in den April hinein könne es hinter dem Rathaus zu „Blitz-Aktivitäten“ kommen – Konsequenzen hat dies aber noch nicht. „Es handelt sich erstmal um eine Erprobung und keinen Echtbetrieb“, betont Ebert. Dass die Geräte ausgerechnet im genannten Bereich angebracht wurden, habe rein praktische Gründe für den Testbetrieb. Für einen Echtbetrieb – dem dann auch eine politische Entscheidung zugrunde liegen müsste – wären andere Stellen natürlich sinnvoller.

Etwa 80 bis 100 Fahrzeugbewegungen „aus unterschiedlichen Gründen“ beobachte er pro Tag im Testbereich vor der Stadtkirche, so Ebert.

Ordnungswidrigkeit kann ausgesprochen werden 

Bei Fahrzeugen, die keine besondere Genehmigung für die Befahrung der Innenstadt außerhalb der allgemeinen Lieferzeiten haben, könnten ein Kennzeichenbild und ein Fahrerbild erstellt und eine Ordnungswidrigkeit ausgesprochen werden.

Bei Fahrzeugen, die eine Genehmigung haben, würde nichts passieren. Die Daten würden unmittelbar nach dem sekundenschnellen Abgleich gelöscht. „Zu diesem Verfahren liegt eine positive Stellungnahme des Hessischen Datenschutzbeauftragten vor“, teilt die Stadt mit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.