Konzept für das Landesfest vorgestellt

Die Kirche brennt für den Hessentag

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Gedränge vor den Dienstplänen: Freiwillige tragen sich in die ausgehängten Listen ein.

Die Kirche hat ihr Konzept für den Hessentag in Bad Hersfeld vorgestellt. Es steht unter dem Motto: Feuer und Flamme. Jetzt fand die erste Schulung von Mitarbeitern statt.

 Feuer und Flamme“ – so lautet das Thema der evangelischen Kirche für den Hessentag in Bad Hersfeld. Am Montagabend fand die erste Mitarbeiterschulung statt, bei der das Konzept vorgestellt wurde.

Die Aktivitäten der Kirche finden an drei Orten statt, teilte Mareike Frahn-Langenau mit, die bei der Kirche Hessen-Nassau für die Organisation der Hessentagsbeiträge zuständig ist: In der Stadtkirche, die zur Feuerkirche wird, im Flammenzelt an der Stiftsruine und in der Stiftsruine selbst.

Dort wird am 10. Juni, dem Pfingstmontag, ein großer ökumenischer Pfingstgottesdienst stattfinden, an dem die Bischöfe, Dr. Martin Hein von der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck und Michael Gerber vom katholischen Bistum Fulda, teilnehmen.

Für diesen Gottesdienst, der um 10.30 Uhr beginnt, gibt es Eintrittskarten, die nur an diesem Morgen vor der Stiftsruine verteilt werden. Es gibt keinen Vorverkauf, betonte Pfarrerin Imke Leipold.

Auf der Wiese zwischen Stiftsruine und Festspielkantine wird das „Flammenzelt“ errichtet, eine eindrucksvolle Konstruktion des Architekturbüros Dorbritz, die bereits bei der Gartenschau in Schmalkalden im Einsatz war.

Dort wird es unter anderem ein Kreativangebot für Kinder geben, eine von der evangelischen Jugend betreute Flammenspur mit Mitmachaktivitäten, eine tägliche Posaunenserenade und ein unterhaltsames Abendprogramm mit Talk, Musik und Kabarett.

In der Stadtkirche, die zur Feuerkirche wird, sind wechselnde Inszenierungen auf großen Bildschirmen zu den Themen Pfingsten und Mose geplant. Es gibt ein tägliches Orgelkonzert als Tastenfeuerwerk, eine nächtliche Feuershow und einen Nachtsegen.

Etwa 100 freiwillige Helfer, die jeweils drei Schichten übernehmen sollen, haben sich über das Konzept informiert. 30 Helfer werden noch gebraucht, sagte Heike Schaaf, die die Freiwilligen betreut. 

Ohne Freiwillige geht es nicht

Sie sollen das freundliche und einladende Gesicht der Kirche während des Hessentags sein – die rund 100 Helferinnen und Helfer, die sich bereit erklärt haben, während des Landesfestes vom 7. bis 16. Juni die Angebote der evangelischen Kirche zu unterstützen. Die beiden Landeskirchen sind seit Jahren gemeinsam auf den Hessentagen mit Themenkirchen vertreten: Wasser-, Klang- oder diesmal eben Feuerkirche. 

Das passe gut zu Pfingsten, symbolisiere den Heiligen Geist und das Feuer der Begeisterung für den Glauben, das in den Gläubigen brennt, erläuterte Mareike Frahn-Langenau, die Hessentagsbeauftragte der hessen-nassauischen Kirche. Dabei geht es den Kirchen darum, während der Hessentage Räume zu schaffen, in denen die Besucher auch einmal zur Ruhe und zum Nachdenken kommen können, ihnen Gesprächsangebote zu machen, zu zeigen, was Kirche alles zu bieten hat.

"Kirche nicht nur für die Frommen"

 „Wir haben hier Kirche nicht nur für die Frommen“, betonte Frahn-Langenau, „Wir wollen Menschen von der Straße einladen und ihnen ein besonderes Erlebnis bieten, etwas bei ihnen anstoßen.“ Dafür sorgen die beiden Themen-Shows, die alle halbe Stunde für zehn Minuten in der Stadtkirche gezeigt werden sollen – zu den Themen Pfingsten und Moses mit dem brennenden Dornbusch. 

Dazu werden Bildschirme in der Kirche aufgebaut, die den Besuchern das Gefühl vermitteln sollen, mitten dabei zu sein. Entwickelt wurden die Projektionen von dem Sounddesigner Parviz Mir Ali aus Frankfurt. Auch echte Flammen soll es geben, doch in welchem Umfang das möglich sein wird, müsse erst noch mit der Feuerwehr abgeklärt werden, sagt Pfarrerin Imke Leipold. 

Noch nicht geklärt ist auch, ob der morgendliche Posaunenruf vom Kirchturm möglich sein wird. Auch hier gibt es Sicherheitsbedenken, sagt Leipold. Zum kirchlichen Auftritt auf dem Hessentag in Bad Hersfeld gehört übrigens auch die Diakonie. Am Freitag, 14. Juni, haben diakonische Einrichtungen die Möglichkeit, sich und ihre Arbeit vorzustellen.

Hintergrund

Kirche und Feuer

In der Hersfelder Geschichte hat Feuer eine besondere Bedeutung. Die Stadt entging nur knapp der von Napoleon befohlenen Brandschatzung, weil Hauptmann Lingg von Linggenfeld statt Wohnhäusern nur vier Scheunen am Stadtrand anzünden ließ. Das Lullusfeuer ist Symbol des ältesten Volksfest Deutschlands und brennt eine Woche lang. Und dann gab es ja auch noch mindestens zwei größere Brände der Stadtkirche und einen irrtümlichen, der den Hersfelder den Spitznamen Mückenstürmer eintrug.

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