Manuela Kleinwächter auf neuer Position

Neue Integrationsbeauftragte für gleichberechtigtes Miteinander in Bad Hersfeld

Das Bild zeigt Manuela Kleinwächter im Porträt
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Manuela Kleinwächter, Integrationsbeauftragte in Bad Hersfeld.

Wenn Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenleben, ist es wichtig, dass sie sich verstehen. Dazu beitragen soll Manuela Kleinwächter.

Bad Hersfeld – „Integration heißt nicht, dass alle so werden wie wir“, sagt Manuela Kleinwächter. Sie ist seit Juli mit halber Stelle die Integrationsbeauftragte der Stadt Bad Hersfeld. Für sie bedeutet Integration ein gleichberechtigtes Miteinander.

Damit liegt sie ganz auf der Linie von Jutta Hendler. Für die Leiterin des Fachbereichs Generationen bei der Stadt Bad Hersfeld ist Integration schon seit Jahren ein Herzensthema. Menschen verschiedener Herkunft sollen in Bad Hersfeld besser zusammenleben können. Sie ist froh, in Manuela Kleinwächter jetzt professionelle Unterstützung zu haben.

Kleinwächter ist 52 Jahre alt und Diplom-Pädagogin. Sie hat sich in der Trauma-Assistenz und als Resilienz-Trainerin weitergebildet und überlegt, freiberuflich als Resilienz-Trainerin zu arbeiten, wenn sie sich erst mal in ihrer neuen Stelle eingearbeitet hat.

An Arbeitsmangel wird Manuela Kleinwächter nicht leiden. Denn das Thema Integration von Menschen mit ausländischen Wurzeln wird in der Kreisstadt zurzeit groß geschrieben.

Dazu ist ein Fragebogen in Umlauf, der die Bedürfnisse, Erfahrungen und Meinungen aller Beteiligten abfragen soll, also der neu Zugezogenen, der Akteure, die sich haupt- oder ehrenamtlich um sie kümmern und der politisch Verantwortlichen, die über Projekte und Maßnahmen und deren Finanzierung entscheiden müssen.

Die Fragebogenaktion ist ein zeitaufwendiges Projekt. Das begann schon mit der Entwicklung der Bögen, die gut ein halbes Jahr dauerte. Zudem ist es mit einer einfachen Verteilung nicht getan. Vielmehr sei persönliche Ansprache und immer wieder dran erinnern notwendig, um Rückmeldungen zu erhalten, weiß Jutta Hendler. Ihr Ziel sind 700 beantwortete Fragebögen, die dann gemeinsam ausgewertet werden sollen.

Kleinwächter hat, bevor sie die Stelle als Integrationsbeauftragte angetreten hat, sieben Jahre im Frauenhaus in Eschwege gearbeitet und dort viele Erfahrungen mit dem Thema Integration gesammelt. Dort hat sie auch festgestellt, dass gerade Frauen weit mehr brauchen als nur die angebotenen Sprach- und Integrationskurse, um wirklich in Deutschland anzukommen.

Thema des Fragebogens – und der Integration – ist aber nicht nur, was Menschen mit ausländischen Wurzeln hier brauchen, sondern auch, was sie mitbringen und anbieten können. Ihre Fähigkeiten und ihre Ressourcen sollen zum Wohl der Gemeinschaft genutzt werden. „Es geht ja auch ums Zusammenleben in der Gesellschaft“, betont Manuela Kleinwächter. Und das soll von allen mitgestaltet werden.

Zu Manuela Kleinwächters Aufgaben wird es auch gehören, die verschiedenen Angebote zu strukturieren, Kontakte zu knüpfen und Anbieter zu vernetzen. Dabei kommt es ihr zugute, dass sie aus Bad Hersfeld stammt und hier noch viele Menschen kennt.

Eine Arbeitsgruppe, die sich bereits neu gegründet hat und an der bisher die Pro Familia und die Diakonie beteiligt sind, befasst sich mit dem Thema weibliche Genitalverstümmelung, berichtet sie.

An der Stelle als Integrationsbeauftragte hat sie gereizt, daran mitwirken zu können, dass Menschen hier gut leben können, und zwar sowohl die neu Hinzugekommenen als auch die Alteingesessenen. Denn wenn man sich kennenlernt, sich gegenseitig unterstützt, dann hilft das auch gegen Angst und Vorurteile, dann sind die Fremden gar nicht mehr so fremd, ist Kleinwächter überzeugt. „Integration wirkt in alle Bereiche“, sagt sie. Es brauche viele, die mitmachen. „Aber dann kann’s gut werden.“

Christine Zacharias

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