Trotz 6,5-Millionen-Euro-Finanzspritze

Klinikum Hersfeld-Rotenburg macht 1,1 Mio. Euro Verlust

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Gehört seit 2016 zum Klinikverbund: Das Herz-Kreislauf-Zentrum in Rotenburg. 

Landrat Dr. Michael Koch hat im Kreistag die Jahreszahlen für 2018 vorgestellt. Er deutete an, dass er für 2019 ebenfalls mit einem Minus rechnet. 

Das Klinikum Hersfeld-Rotenburg hat im vergangenen Jahr 1,1 Millionen Euro Verlust gemacht. Das hat Landrat Dr. Michael Koch (CDU), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des kommunalen Klinikverbundes, am Montag im Kreistag mitgeteilt.

Das Minus fällt zwar offiziell kleiner aus als 2017 (4,1 Mio. Euro). Aus dem im Parlament vorgestellten Beteiligungsbericht des Landkreises geht allerdings auch hervor, dass der Verlust des Konzerns im vergangenen Jahr tatsächlich 7,6 Mio. Euro betragen hätte, wenn der Kreistag dem Klinikum Bad Hersfeld für 2018 nicht eine Finanzspritze in Höhe von 6,5 Millionen Euro gewährt hätte.

So hat unter anderem das Klinikum Bad Hersfeld mit einem Plus von 4,6 Millionen Euro abgeschlossen (ohne Zuschuss: minus 1,9 Mio.), das HKZ erwirtschaftete ein Minus in Höhe von 5,3 Mio. Euro, das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) machte 600 000 Euro Verlust.

„Unser Klinikum wird vom kränkelnden Patienten zum Intensivpatienten“, sagte Koch. Gründe dafür seien gestiegene Personalkosten, sinkende Fallzahlen, zu wenig Geld vom Land für Investitionen und zu wenig Geld von den Krankenkassen, die für die Betriebskosten aufkommen sollten.

Alles in allem hat der Klinikkonzern seit der Übernahme des HKZ vor drei Jahren in allen Geschäftsjahren Verluste eingefahren.

Koch betonte zudem, dass die Verlagerungen der Orthopädie und der Psychiatrie nach Rotenburg sowie sämtliche geplanten Umbauten „vorerst nicht vollzogen werden.“ Er deutete an, dass er für 2019 ebenfalls mit einem Verlust rechnet.

Koch sagte, der Aufsichtsrat habe die Geschäftsführung des Klinikums damit beauftragt, Lösungen zu erarbeiten. Grundsätzlich dürfe es „keine Denkverbote“ geben. „Wir müssen weitere Synergien im Landkreis schaffen und werden noch einmal auf das Kreiskrankenhaus zugehen“. Das Kreiskrankenhaus in Rotenburg, das vom Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf betrieben wird, hat sich bislang klar gegen eine Fusion ausgesprochen.

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