Brutales Vorgehen bleibt ungesühnt

Körperverletzung beim Strandfest: Gericht stellt Verfahren ein

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Bad Hersfeld. Ohne strafrechtliche Folgen blieb für den Angeklagten ein Prozess vor dem Jugendschöffengericht in Bad Hersfeld.

Bei dem Prozess ging es um eine Körperverletzung am Rande des Rotenburger Strandfestes.

Weil es auch nach zwei Verhandlungstagen am letzten Beweis für seine Täterschaft fehlte, wurde das Verfahren gegen einen 18-Jährigen aus der Fuldastadt im Hinblick auf eine frühere Verurteilung eingestellt.

Damit bleibt das brutale Vorgehen von mindestens zwei jungen Männern ungesühnt, die am 4. Juli 2013 auf einem Parkplatz grundlos einen 37 Jahre alten Passanten zu Boden rissen und dann mit Schlägen und Tritten gegen Kopf und Körper so arg malträtierten, dass der Misshandelte ins Krankenhaus musste.

Dabei hatte es an Augenzeugen der Schlägerei nicht gefehlt. Sowohl der erste Angriff gegen den einfach strukturierten und leicht behinderten Arbeitslosen wie auch der zweite Teil der Attacke, bei der auch die Brille des Opfers zu Bruch ging, waren von mehreren Unbeteiligten beobachtet worden.

Weil sich jedoch im Umfeld des Geschehens weitere alkoholisierte Jugendliche aus der Bekanntenkreis des Angeklagten aufhielten, war für das Gericht mit seiner Vorsitzenden Michaela Kilian-Bock am Ende der Beweisaufnahme keine eindeutige Zuordnung zu treffen.

Ein Schläger groß, einer klein, einer blond, einer dunkel, beide Täter gleichgroß und der 18-Jährige auf der Anklagebank eben mittelblond: Selbst der 34-jährige Begleiter des Opfers, der sich nach Kräften erinnerte, konnte gestern keine eindeutige Aussage zur Täterschaft treffen. Für das Gericht war folglich der Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ anzuwenden.

Der 18-Jährige zeigte sich allerdings nicht unbeeindruckt: Einen Teil der Arbeitsauflage aus einem früheren Verfahren, vor der er sich bislang gedrückt hatte, hatte er mittlerweile erledigt.

Von Karl Schönholtz

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