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Kreis sucht Wohnraum für Flüchtlinge

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Von: Daniel Göbel

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War als künftige Flüchtlingsunterkunft im Gespräch: Das derzeit geschlossene Stadthotel in Bad Hersfeld.
War als künftige Flüchtlingsunterkunft im Gespräch: Das derzeit geschlossene Stadthotel in Bad Hersfeld. Die Kreisverwaltung bestätigte aber nun, dass das Hotel nicht als Unterkunft für Geflüchtete infrage komme. © daniel göbel

Mehr als 90 Prozent des im Kreis Hersfeld-Rotenburg für Geflüchtete zur Verfügung stehenden Wohnraums ist belegt. Wohnungen werden dringend gesucht.

Hersfeld-Rotenburg – Für viele Landkreise wird es zunehmend schwieriger, Unterkünfte für Geflüchtete zu finden. Hintergrund dafür ist nicht nur der weiter anhaltende Krieg in der Ukraine, sondern auch die sich weiter zuspitzende Situation im Iran. So sind in einigen Landkreisen in der Region schon jetzt die vorhandenen Unterkünfte voll belegt. In Hersfeld-Rotenburg ist dies bislang zwar nicht der Fall, doch die Kreisverwaltung sucht auch mit Blick auf das kommende Jahr nach weiteren geeigneten Unterkünften für Geflüchtete, die im Landkreis ankommen. Das teilt die Kreisverwaltung auf Nachfrage mit.

Laut Kreissprecherin Jana Gutsche verfügt der Landkreis aktuell über rund 50 freie Plätze, was einer Auslastung von gut 91 Prozent entspreche. In geringem Maß gebe es laufend Zu- und Abgänge von Geflüchteten. „Das liegt insbesondere daran, dass wir über die Zuweisung des Landes Hessen aktuell keine verpflichtende Aufnahme von Asylsuchenden und Geflüchteten vornehmen müssen“, erläutert Gutsche.

Die angesetzte Aufnahmequote habe der Landkreis erfüllt. Lediglich zur Zusammenführung von Familien würden dem Landkreis unregelmäßig Personen zugewiesen. „Wir gehen aber davon aus, dass wir ab dem ersten Quartal des kommenden Jahres wieder über das Land Hessen zugewiesene Geflüchtete aufnehmen müssen“, erklärt Gutsche.

Stadthotel Bad Hersfeld soll keine Gemeinschaftsunterkunft werden

Geprüft worden sei auch die Nutzung des Stadthotels in Bad Hersfeld als Gemeinschaftsunterkunft. Dies komme aber aus unterschiedlichsten Gründen für den Landkreis als Gemeinschaftsunterkunft nicht in Frage. Welche Gründe das sind, dazu wollte sich die Pressestelle nicht äußern.

Wer eine Unterkunft für Geflüchtete zur Verfügung stellen möchte, kann sich beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg melden. Der Landkreis sucht auch als Mieter Wohnraum für geflüchtete Menschen aus der Ukraine. Dabei würden Anbietern von Wohnraum für Geflüchtete aus der Ukraine „Entlastungsleistungen“ gezahlt werden, um die private Hilfsbereitschaft zu unterstützen. Werden ukrainische Flüchtlinge in privaten Wohnungen untergebracht, die über keinen abgeschlossenen Wohnbereich verfügen, so könne auf Antrag eine Entlastungsleistung gewährt werden.

Diese ermöglicht es den Personen und Familien, die ukrainische Flüchtlinge aufgenommen haben, ihre anfallenden laufenden Kosten für Heiz- und Betriebskosten pauschal abgelten zu lassen. Sie ist zunächst auf ein halbes Jahr befristet. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Zahl der untergebrachten Personen. Für die erste Person werden 100 Euro gezahlt, für jede weitere Person 25 Euro pro Monat.

Wenn die Geflüchteten hingegen über einen eigenen separaten Wohnbereich verfügen, könnten die vertraglich vereinbarten Mieten übernommen werden, sofern diese angemessen seien, heißt es vom Landkreis.

Für alle Fragen zum Aufenthaltsrecht steht die Ausländerbehörde zur Verfügung unter Tel. 06621 87 3308; E-Mail: alb@hef-rof.de (Daniel Göbel)

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