1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra
  4. Bad Hersfeld

Kriegsfolgen treffen auch Firmen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Erstellt:

Kommentare

Das Bild zeigt eine Anzeigentafel mit Spritpreisen über zwei Euro. (Archivbild)
Auch die hohen Preise für Strom, Gas und Treibstoffe belasteten energieintensive Betriebe. (Archivbild) © Sina Schuldt/dpa

Die Folgen des Ukraine-Kriegs und der Wirtschaftssanktionen gegen Russland und Belarus werden inzwischen auch für einige Wirtschaftsunternehmen im Kreis Hersfeld-Rotenburg spürbar.

Hersfeld-Rotenburg - Zwar hätten nur etwa zehn Prozent der hiesigen Firmen intensivere Wirtschaftsbeziehungen zu Russland oder Belarus, allerdings handele es sich dabei um „durchaus bedeutende Firmen“, die nun um ihre Aufträge bangen, berichtet der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, Reinhard Faulstich, im Interview mit unserer Zeitung.

Auch die hohen Preise für Strom, Gas und Treibstoffe belasteten energieintensive Betriebe in unserem Kreis, so Faulstich. Die meisten Firmen im Kreis seien aber noch nicht direkt von den Auswirkungen des Krieges betroffen. „Im Moment sind die Auftragsbücher der Handwerker und Unternehmen noch gut gefüllt“, obwohl die Lieferengpässe und wegbrechenden Lieferketten bei Investitionsprojekten durchaus zu einer gewissen Zurückhaltung führten, die mittelfristig auch in der Region Auswirkungen haben dürften, vermutet Faulstich.

Mit Sorge blickt der Sparkassen-Vorstandschef allerdings auf die stark steigende Inflation. Sie sei jedoch nicht allein auf den Ukraine-Konflikt zurückzuführen, sondern sei auch das Resultat einer jahrelangen „überzogenen Finanzpolitik“.

Die Zinsen für Kredite seien um etwa zwei Prozent gestiegen. Zur Geldanlage seien Aktien immer noch zu bevorzugen. „Man sollte jetzt vor allem ruhig bleiben, die Lage beobachten. Ich warne vor Kurzschlusshandlungen“, sagt Faulstich.

Dennoch hält er einen weiteren Anstieg der Inflationsrate auf zweistellige Werte für durchaus wahrscheinlich. Eine derartige Entwicklung sei für eine Volkswirtschaft zu bewältigen, wenn gleichzeitig ausreichend Wachstum vorhanden ist. Ein Preisanstieg ohne Wachstum führe hingegen in eine „Stagflation“, warnt er. Der Sparkassenchef geht davon aus, dass die derzeitige Wirtschaftskrise länger andauern wird als die Finanz- und Corona-Krisen. Vieles hänge jetzt von der Dauer des Krieges ab. (Kai A. Struthoff)

Das ausführliche Interview lesen Sie im E-Paper und in der gedruckten Ausgabe der Zeitung.

Auch interessant

Kommentare